Güstrow : Erste Asylbewerber im neuen Heim

Sehen sich in einer Wohnung im Asylbewerberheim in der Südstadt um: Dezernent Dr. Rainer Boldt, Heimleiterin Heidrun Kiel und Landkreissprecher Kay-Uwe Neumann.
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Sehen sich in einer Wohnung im Asylbewerberheim in der Südstadt um: Dezernent Dr. Rainer Boldt, Heimleiterin Heidrun Kiel und Landkreissprecher Kay-Uwe Neumann.

Bisher zogen über 40 Flüchtlinge in das neue Asylbewerberheim in der Güstrower Südstadt ein - Bis zu 175 Bewohner im Haus möglich

svz.de von
04. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Anfang der Woche wurden die ersten Wohnungen im neuen Asylbewerberheim in der Güstrower Südstadt bezogen.

„Am Montag kamen 44 Personen, über 30 davon aus dem Schullandheim Peetsch, wo sie zum Teil bereits zwei Monate untergebracht waren“, erzählt Heidrun Kiel, die im Auftrag der Betreiberfirma European Homcare neben den Heimen in der Demmlerstraße und im Waldweg auch für die Werner-Seelenbinder-Straße zuständig ist.

Die Herkunftsländer der Flüchtlinge sind Eritrea, Mauretanien, Ghana, die Ukraine, Ägypten und Syrien. In der nächsten Woche sind weitere acht Personen avisiert, dann werden 52 Asylbewerber in der Südstadt leben. Sie finden einfach eingerichtete Unterkünfte vor. Eine Vierraum-Wohnung ist beispielsweise mit sieben Personen belegt. Drei Zimmer sind abschließbar, das größte dient als Gemeinschaftsraum. Bad und Küche, einfach ausgestattet, sind für alle nutzbar. „Wir haben Schwierigkeiten gehabt, Lieferanten für die Möbel zu finden, da Nachfragen ja auch aus anderen Städten kommen“, sagt Dezernent Dr. Rainer Boldt. Manche Möbel - Tische und Stühle - würden aber auch von nicht mehr genutzten Gaststätten kommen. Die Landesfeuerwehrschule in Malchow hat sich neue Betten zugelegt und die aussortierten dem Landkreis zur Verfügung gestellt. Als Ausstattung finden die Asylbewerber Bettwäsche, Handtücher, ein Geschirrtuch sowie Kochtopf und Bratpfanne vor. Kurios: Auf den Handtüchern in der Südstadt ist Rennfahrer Michael Schumacher als Motiv zu sehen. „Der wurde gleich erkannt“, weiß Heidrun Kiel zu berichten.

Die Wohnungen in zwei Aufgängen sind bereits fertig gestellt, in den beiden anderen Aufgängen sind noch die Handwerker. „Vor Weihnachten können sie aber auch übergeben werden“, sagt Boldt. Die maximale Kapazität in der Südstadt sind 175 Bewohner. Mit den 67 Flüchtlingen in der Demmlerstraße und den 127 im Waldweg werden bald über 350 Asylbewerber in Güstrow leben. Auch das Betreiberteam wird aufgestockt. „Insgesamt werden wir dann neun Mitarbeiter sein“, sagt Heidrun Kiel.

Sie sind für soziale Beratung zuständig und vermitteln ehrenamtliche Betreuungsangebote. „Wenn Asylbewerber mindestens ein halbes Jahr in Deutschland leben, haben sie das Recht, an einem Deutschkurs teilzunehmen“, sagt Boldt. Derzeit laufen in Güstrow drei dieser Kurse. Der Dezernent verteidigt noch einmal die verschiedentlich kritisierte Wahl des Betreibers.

European Homecare war in die Kritik geraten, weil Mitglieder einer Sicherheitsfirma einen gefesselten Bewohner eines Asylbewerberheims in Nordrhein-Westfalen misshandelt hatten. „Die Situation dort war anders als bei uns“, sagt Boldt. „Wir haben einen Betreiber des Heims verpflichtet und selbst eine Sicherheitsfirma ausgesucht, die wir auch kontrollieren.“ Es habe bereits Gespräche mit der Firma gegeben, die eingesetzten Mitarbeiter seien zertifiziert und verfügten über ein polizeiliches Führungszeugnis.



 

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