Kreishandwerkerschaft Güstrow : Erst freigesprochen, dann getanzt

Allen Grund zur Freude hatten Anika Hirstius, Carolin Kinkeldey, Jennifer Tschunkert, Caroline Weiher und Nicole Guthold (v. r.), die die Prüfungen im Friseurhandwerk gemeistert haben und nun Gesellinnen sind.
Allen Grund zur Freude hatten Anika Hirstius, Carolin Kinkeldey, Jennifer Tschunkert, Caroline Weiher und Nicole Guthold (v. r.), die die Prüfungen im Friseurhandwerk gemeistert haben und nun Gesellinnen sind.

22 Lehrlinge in Güstrow in den Gesellenstand erhoben / Müller: Freie Ausbildungsplätze mit Migranten und Flüchtlingen besetzen

svz.de von
21. September 2015, 21:00 Uhr

Vor dem 2. Handwerkerball am Freitagabend in der ehemaligen Viehhalle in Güstrow durfte sich der Handwerker-Nachwuchs feiern. Nach dreijähriger Ausbildung wurden 22 Lehrlinge in den Ausbildungsberufen Dachdecker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Friseur, Metallbauer, Tischler, Fahrzeuglackierer, Maler und Lackierer sowie Kfz-Mechatroniker in den Gesellenstand erhoben. 24 Auszubildende hatten die Gesellenprüfungen begonnen, je einer scheiterte im praktischen und theoretischen Teil. Die Durchfallerquote von knapp neun Prozent bezeichnete Kreishandwerksmeister Rainer Müller als „hoffnungsvoll“, jedoch kritisierte er eine fehlende Leistungsbereitschaft der jungen Leute. Da sei „noch viel Luft nach oben“.

Als Beleg dienten dem Kreishandwerksmeister die erreichten Ergebnisse. Elf hatten die Prüfung mit der Note „befriedigend“, zehn mit „ausreichend“ beendet. Nur einmal wurde die Note „gut“ erreicht. Das gelang Felix Nettelbeck im Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker vom Ausbildungsbetrieb Mario Nettelbeck in Güstrow. Der junge Mann schloss darüber hinaus seine Lehre vorfristig ab. Die Urkunde zur Auszeichnung als bester Lehrling wird ihm nachträglich übermittelt, da er wegen eines Messeeinsatzes zur Freisprechung fehlte.

In seiner Rede beklagte Müller, dass es auch weiterhin zu wenig Bewerber für die Lehrstellen gäbe. Er zeigte sich offen für Ideen, dafür junge Migranten oder Asylbewerber zu gewinnen. Allerdings müssten dafür die Rahmenbedingungen stimmen. Eine solche sei, verdeutlichte Martin Biemann, dass die Bewerber über ausreichende Kenntnisse in der deutschen Sprache verfügen sollten. „In den Werkstätten gilt nun mal das gesprochene Wort“, sagte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Güstrow. Beide, Müller und Biemann, beurteilen die Lage des Handwerks optimistisch. „Wir haben nach wie vor eine gute und stabile Konjunktur“, versicherte Biemann. Vor diesem Hintergrund feierten die Handwerker auch ausgelassen ihren 2. Handwerkerball.

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