Güstrow : Erneuter Versuch für das Solarprojekt

Ist für den Verwaltungssitz Güstrow: Torsten Renz
1 von 4
Ist für den Verwaltungssitz Güstrow: Torsten Renz

Bürgermeister Arne Schuldt bringt Vorhaben „Speicherstraße, Bahnhofsgebäude und Parkplätze“ morgen auf Sitzung der Stadtvertretung Güstrow

svz.de von
04. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Bürgermeister Arne Schuldt startet morgen auf der Sitzung der Stadtvertreter (18 Uhr Bürgerhaus) den dritten Versuch für das Aufstellen eines Bebauungsplanes für das Solarprojekt des Güstrower Unternehmers Jens-Peter Eickhoff in der Speicherstraße. In der Oktober-Sitzung der Stadtvertreter war der Beschluss mit 15:13-Stimmen und zwei Enthaltungen gescheitert (wir berichteten).

Planungsziele bleiben für den Bürgermeister die Erhaltung, Instandsetzung und Wiedernutzbarmachung des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes einschließlich Halle der ehemaligen Güterabfertigung am Bahnhofsvorplatz 4, die Entwicklung eines Sondergebietes für die Solarenergieproduktion sowie der Bau von ca. 50 bis 70 Stellplätzen als Option für Veranstaltungen in der Sport- und Kongresshalle. Letzteres ist konkretisiert worden. Gleichzeitig würde ein Schandfleck in Güstrow verschwinden. Die Stadtvertretung soll außerdem den Bürgermeister beauftragen, für die Stellplätze mit Jens-Peter Eickhoff einen Vertrag auszuhandeln.

Schuldt begründet seinen neuerlichen Versuch so: „Ich habe die Beschlussvorlage noch einmal in die Stadtvertretung eingebracht, weil die Abstimmung sehr knapp ausgefallen ist und die Argumente, die zur Ablehnung führten (öffentliche Parkplatznutzung, Ortsbild) in der geänderten Vorlage berücksichtigt sind bzw. näher erläutert wurden.“

Ob das Vorhaben doch noch verwirklicht wird, bleibt aber abzuwarten. Denn nach einer gestrigen Umfrage unsere Zeitung unter Fraktionsvorsitzenden ist ein ähnliches Abstimmungsverhalten wie auf der vergangenen Sitzung zu erwarten. Torsten Renz, Fraktionschef der CDU, sagt: „Wir haben den Beschlussvorschlag in der Fraktion beraten. Die Meinungsbildung bleibt danach weiter differenziert und damit vermutlich auch das Abstimmungsverhalten.“ Renz selbst will bei seinem Nein bleiben. Er trägt dieses Vorhaben aus städtebaulicher Sicht nicht mit. In der Fraktion gab es fünf Nein-Stimmen.

„Alter Wein in neuen Schläuchen“, so sieht Sascha Zimmermann, Vorsitzender der FPD-Fraktion, den erneuten Vorstoß der Verwaltung. Er erklärt das Nein der Fraktion einerseits mit der grundlegenden Ablehnung von Solarenergieproduktion, weil die Bürger draufzahlen. Andererseits begründet er die Ablehnung damit, dass sich die FDP keine großflächigen Solaranlagen in der Innenstadt vorstellen könne. Zimmermann: „Bei uns wird aus einem Nein keine Zustimmung.“

Hartmut Reimann, SPD-Fraktionschef, erwähnt, dass er in der ersten Hauptausschusssitzung, auf der das Thema erstmals diskutiert wurde, als Einziger dafür gesprochen hatte. Vielleicht wird Reimann daher morgen sogar zum Zünglein an der Waage, denn er war am 24. Oktober nicht dabei. Damals waren 30 von 37 Stadtvertretern anwesend. Es war namentliche Abstimmung gefordert worden. Bei dem Ergebnis von 15:13 enthielten sich Sebastian Berg (CDU) und Roswita Dargus (SPD) der Stimme. Jetzt könnten sieben Stadtvertreter dazukommen und die Karten würden neu gemischt.

Der Güstrower Unternehmer Jens-Peter Eickhoff, selbstständiger Elektromeister und Betreiber einer Elektrofirma mit zurzeit elf Mitarbeitern, steht weiter Gewehr bei Fuß. Auch wenn er nach der Oktober-Entscheidung den Kredit, den er aufgenommen hatte, wieder abwickeln musste und auch die Vorplanung finanziert hat. Er will auf 11 000 Quadratmetern ein Sonnenkraftwerk mit einer Leistung von zirka 1,1 MW errichten. Dafür ist eine Investition von zirka 1,4 Millionen Euro vorgesehen.Dazu kommt die Sanierung des ehemaligen Dienstgebäudes der Bahn am Busbahnhof und die Vermietung für einen sozialen Dienstleister. Der übrigens werde sich, wenn das Vorhaben endgültig scheitert, nach Eickhoffs Informationen Richtung Bad Doberan orientieren. Für den Unternehmer würden dann aber auch Arbeitsplätze in Frage stehen, die Stadt würde Steuereinnahmen verlieren und ein Signal für das einheimische Handwerk wäre das auch nicht.















zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen