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Frühe Hilfen : Ernährung und Babycard im Fokus

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Das Netzwerk „Frühe Hilfen“ in der Region ist seit zwei Jahren aktiv und hat viele Pläne – auch soll das Netzwerk weiter wachsen.

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2016 | 07:46 Uhr

1065 Personen suchten im vergangenen Jahr Rat und Unterstützung bei der Güstrower Beratungsstelle von Pro Familia und tendenziell werden es mehr, verrät Jacqueline Garske, Leiterin der Schwangerschaftsberatungsstelle. „Besonders werdende Mütter und junge Eltern werden mit einer Flut an Informationen konfrontiert. Viele Themen – darunter Elterngeld, Elternzeit oder Sorgerechtsfragen ändern sich stetig – da fällt es schwer den Überblick zu behalten“, sagt die Diplomsozialpädagogin.


Informationen auf den Punkt für werdende Eltern


Ihre Klienten seien daher auch so vielfältig, wie ihr Beratungsangebot. „Es sind ganz junge Mütter oder Akademiker, die fest im Leben stehen, und das ist auch ganz normal, denn ein Baby verändert das Leben und es stellen sich in diesem Zusammenhang auch ganz neue Fragen für den Einzelnen“, erklärt Jacqueline Garske und fügt hinzu: „In unserem Netzwerk ,Frühe Hilfen‘ verbinden sich unterschiedliche Professionen und Institutionen miteinander – dadurch können wir stets passende Hilfsangebote vermitteln.“ 378 Familien haben dieses Beratungsangebot 2015 in Anspruch genommen – 25 Fälle konnten gezielt vermittelt werden. Aktiv ist das Netzwerk „Frühe Hilfen“ in der Region Bützow/Güstrow seit 2014. Hierbei geht es in erster Linie um Hilfsangebote für Eltern. „In dieser Zeit wurde deutlich, dass es einfach viel zu viele Materialien, Broschüren und Informationen gibt und es werdende Eltern schwer haben, die für sie richtige Entscheidung zu treffen“, sagt Garske weiter und fügt hinzu: „Wir wollen das jetzt kurz und knapp auf den Punkt bringen.“

Die Idee der Netzwerkpartner ist es eine Kontrollliste im Postkartenformat zu entwickeln. Mit dieser „Babycard“ sollen werdende Eltern künftig alles wichtige auf einen Blick finden. Noch in diesem Jahr, so die Planung, soll das Projekt abgeschlossen sein und die „Babycard“ beispielsweise bei Frauenärzten ausliegen.

Die Netzwerkpartner, die sich viermal im Jahr treffen, haben sich auch noch einen weiteren Schwerpunkt für das laufende Jahr gesetzt. „Wir wollen uns dem Thema gesunde Ernährung widmen, vielleicht einen Fachtag für den gesamten Landkreis organisieren“, gibt Jacqueline Garske einen Ausblick. „Zum Thema Ernährung im Kindesalter gibt es so unterschiedliche Ansichten – Hebamme, Kinderarzt und Kita vertreten häufig unterschiedliche Ansätze und die Eltern werden damit oft alleingelassen. Von einem Fachtag könnten Interessierte des ganzen Landkreises profitieren“, erklärt die Diplomsozialpädagogin die Idee. Das werde sicher eines der Themen auf dem kommenden großen Netzwerktreffen im Mai sein, während eine kleine Gruppe sich bereits am kommenden Mittwoch über die „Babycard“ beraten wird.

Zahlreiche Ärzte, Hebammen, Psychologen, Sozialarbeiter und Erzieher gehören schon aktiv zum Netzwerk – weniger bekannt sei indes, dass auch Einzelne sich im Netzwerk Hilfe suchen können – so sei es beispielsweise auch Tagesmüttern oder Versicherungsvertretern möglich Fallbeispiele vorzustellen und gezielte Unterstützung zu bekommen. „Mehr Fallgespräche anzubieten, ist auch eines unserer Ziele für 2016“, sagt Garske.

Darüber hinaus stehe natürlich die Beratung im Fokus ihrer Arbeit, sagt Jacqueline Garske. Neben Schwangerschaftsberatungen gehören unter anderem auch sexalpädagogische Angebote an Schulen, Babybedenkzeit-Projekte und Paarberatungen zu ihren Aufgaben. „Außerdem vermitteln wir auch Gelder der Stiftung ,Hilfen für Frauen und Familien‘. Wir ermitteln gemeinsam mit den Paaren, ob sie Anspruch auf eine Erstaustattung haben und stellen den Antrag – eine tolle Sache“, erklärt Jacqueline Garske. Auch vertrauliche Geburten, also Geburten bei denen Frauen unter einem Pseudonym entbinden, gehören zu ihrem Aufgabenspektrum in der Beratungsstelle Pro Familia in der Güstrower Hansenstraße.

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