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Güstrower Anzeiger

21. November 2017 | 04:00 Uhr

Güstrow : Erlebnisvielfalt "Inselsee" stockt

vom

Für die "Erlebnisvielfalt Inselsee" Güstrow fehlen die Fördermittelzusagen des Landes. Somit sei der Ausbau des Strandes vom Zeitpunkt völlig offen. Für das Projekt wurden nie konktrete Termine gesetzt.

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2012 | 10:44 Uhr

Güstrow | Anett Zimmermann, Vorsitzende des Tourismusvereins Güstrow, freut sich darauf, dass in der "Erlebnisvielfalt Inselsee", die der Verein 2012 in den Mittelpunkt seiner Arbeit rückt, der Badestrand aufgewertet wird (wir berichteten). Bürgermeister Arne Schuldt relativiert diese Aussage jedoch. "Die Fördermittelzusagen des Landes fehlen", sagt er. Deshalb sei der Ausbau des Strandes einschließlich eines neuen Steges vom Zeitpunkt völlig offen. Selbst auf eine Prognose will sich Schuldt nicht einlassen. Man habe aber für das Projekt auch nie konkrete Termine gesetzt.

Drehsteg Ende Februar fertig - drei Bootsanleger errichten

Wirklich? Im Februar 2010 las sich das in unserer Zeitung anders. In einem Bericht über die Investitionen wurde auch die "Erlebnisvielfalt Inselsee" genannt. Informiert wurde erstmals über das Finanzierungskonzept. Die Stadt plane, hieß es damals, 1,8 Millionen Euro und eine Förderung von 1,3 Millionen Euro. Als Zeitraum für die Realisierung des Vorhabens wurde 2011 bis 2013 genannt. Als Kernpunkte schrieben wir über die Kanalbrücke, den Bau von Bootsanlegern, den Ausbau des Badestrandes mit Parkplatz und ein neues Wegesystem.

Und heute, im Februar 2012? Der Stand der Dinge misst sich - das wurde allerdings auch immer betont - an den Zusagen von Fördermitteln vom Land. Auf die gebe es aber, so Bürgermeister Schuldt, keinen Rechtsanspruch. Die "Erlebnisvielfalt Inselsee" ist daher ein Beispiel, wie sehr Kommunen von Fördergeld und verschiedenen Fördertöpfen abhängig sind. Güstrow und die am Projekt beteiligten Gemeinden Mühl Rosin und Gutow liefern den Beleg. Gutow hat Bootsanleger und Badestrand im vergangenen Jahr als gelungenste Investition gefeiert. Die Gemeinde Mühl Rosin gestaltete die Badestellen in Bölkow und Mühl Rosin neu. Beide Gemeinden können den Inselseekutter empfangen. Das klappte vor allem, weil die Förderung gelang, über Bodenordnungsverfahren bzw. ein Landestourismusprojekt.

Güstrow hatte nicht so viel Glück. Vor allem geschuldet wegen der Mehrausgaben 2011 für den Bau der neuen Brücke - Drehsteg genannt - über den Inselseekanal und die vier Bootsanleger. Die geplanten Kosten lagen bei 346 000 Euro. "Als Ergebnis der öffentlichen Ausschreibung", erläutert Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes, auf Nachfrage, "wurde die Ausführung der Leistungen mit Mehrkosten von ca. 130 000 Euro angeboten" - und brachte die Verwaltung ins Schleudern. Werden die Mehrausgaben aus baulichen Gründen als förderfähig anerkannt? Soll oder muss die Ausschreibung wiederholt werden? Das waren spannende Fragen. Die Mehrkosten wurden anerkannt. Aber die Zeit verrann. Der Drehsteg wurde begonnen, das Geld für die vier Bootsanleger blieb auf der Strecke. Damit rückte der erste Bauabschnitt mit in dieses Jahr, in das Jahr des zweiten Abschnittes. Damit stand fest: Die Bootsanleger Klubhaus, ehemaliges Fährhaus und Kurhaus werden in diesem Jahr gebaut. Die Termine sind aber noch nicht bekannt. Der Anleger Schöninsel kommt dagegen nicht. Bürgermeister Schuldt: "Weil die Brücke marode ist, müssen wir uns erst um sie kümmern ehe wir dort einen Bootssteg errichten."

Am Badestrand - Teil des zweiten Bauabschnittes - geschieht allerdings nichts, auch der Badesteg wird noch nicht gebaut. Weil die Fördermittelzusagen noch fehlen würden, so der Bürgermeister. Der Grund: An den Außenanlagen habe es noch Änderungen von der Stadt gegeben und einige Unterlagen hätten vervollständigt werden müssen, erklärt Jane Weber. Das gilt auch für das Sanitärgebäude mit Wasserwacht-Standort. In diesem Monat würden die Anträge an das Landesförderinstitut geschickt, so Weber. Erst nach der Zustimmung kann ausgeschrieben werden. "Es wird aber nichts wegfallen", betont Schuldt. Für den Themenbereich 2 liegen die geplanten Ausgaben bei 1,272 Millionen Euro.

Schuldt: "Am Badestrand geschieht noch nichts"

Bürgermeister Schuldt verweist auch auf Fortschritte und fand diese Erklärungen gegenüber SVZ, dass jetzt schon so viel am Inselsee passiert sei "wie seit der Oktoberrevolution nicht". Schuldt meint damit Bestehendes - die Bade-Insel als zeitweiliger Ersatz für den Steg, die Kletterspinne, die Volleyballplätze. Aber auch die neue Brücke über den Kanal, die bis Ende Februar fertig werden soll. "Außerdem haben wir die Verpachtung des Sees geklärt", hebt er hervor. Auch der Bau des Fährhauses sei geplant, ein Spielplatz am Ex-Fährhaus gebaut. Vor allem aber verweist Schuldt auf das, was Kurhaus-Inhaber Erich-Alexander Hinz am Inselsee realisieren wird: ein Café mit Bettenhaus. Allerdings verzögert sich auch das über die Saison hinaus, weil die Verhandlungen zum Kaufvertrag und Toilettenhaus zwischen Hinz und der Stadt stocken (wir berichteten). Es wird vermutlich über den Sommer bei einem Provisorium bleiben.

Alles deutet daher darauf hin, dass sich damit der zweite Abschnitt ins Jahr 2013 schieben wird und der dritte Teil der "Erlebnisvielfalt" noch länger auf sich warten lässt. "Gegenwärtig sind wir bei den Planungskosten", sagt Jane Weber. Das weiterte Prozedere - siehe am Anfang: Haushaltsbeschluss, Planung, baufachliche Prüfung, vermutlich Nachforderungen des Landes, der eventuelle Zuwendungsbescheid. Unsere Prognose: 2014 siegt die Oktoberrevolution am Inselsee endgültig und der Besucher genießt die "Erlebnisvielfalt".

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