zur Navigation springen

Künstler : Erkenntnis: Glück ist, wenn die Farben zusammen klingen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Ins Atelier geschaut“ / Heute: Malerin Annegref Goebeler

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Zurzeit arbeitet die Malerin Annegret Goebeler intensiv an kleinformatigen Gouachen. Dutzende dieser stimmungsvolle Landschaften zeigenden Bilder sind für die 24. Schau des Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern, deren Mitglied Annegret Goebeler seit 1995 ist, bestimmt. „Im Jahr der Romantik strebt der Künstlerbund an, die gesamte Insel Rügen mit ihren natürlichen und kulturellen Schauplätzen in einen großen Ausstellungsraum zu verwandeln. Unter dem Motto ‚Ins Blaue’ zeigen die Mitglieder Werke aller klassischen Genres“, erklärt Annegret Goebeler, für die eine Beteiligung an der Schau selbstverständlich ist. Am 2. August soll Eröffnung sein.

Bereits am 6. Juni öffnet in Schwerin eine weitere Ausstellung ihre Pforten: Die Künstlergruppe „Schelfe“ präsentiert die Ergebnisse eines Workshops von Künstlern aus Dänemark, Schweden und Schwerin. Auch da wird Annegret Goebeler präsent sein, stellt doch die Malgemeinschaft einen wichtigen Teil ihres Lebens dar.

1992 wurde die Künstlergruppe im Atelier von Annegret Goebeler am Schweriner Schelfmarkt von sieben Künstlern mit recht unterschiedlichen Kunstauffassungen gegründet. Später nahm die Gemeinschaft Kontakt zu dänischen und schwedischen Künstlergruppen auf, es gab wechselseitige Ausstellungen und Workshops. „Es war eine Zeit heftiger Auseinandersetzungen im künstlerischen Schaffen“, erinnert sich Annegret Goebeler, die die Gruppe viele Jahre leitete. Mit ihrem Umzug 2009 nach Bützow wurde der Kontakt lockerer, riss aber nie ab.

Annegret Goebeler spricht dankbar von Menschen, die ihren künstlerischen Weg begleitet haben und noch begleiten. „In Güstrow waren das Günter Endlich und vor allem Horst Bastian, von denen ich viel gelernt habe“, sagt sie. Damals arbeitete die 1943 in Lüssow geborene Künstlerin als Dekorateurin beim Konsum, bevor sie ein Grafikdesignstudium an der Fachhochschule für angewandte Kunst in Heiligendamm aufnahm.


Proportionen des Körpers


Künstlerischer Mentor in Schwerin wurde der Maler Willy Günther, dessen Workshops in figürlichem Zeichnen Dreilützow sie noch immer besucht. „Die Natur habe ich in mir, aber die Proportionen des menschlichen Körpers muss ich immer wieder neu am Modell studieren“, sagt sie und zeigt dicke Stapel klein- und großformatiger Skizzen, hastig und mit breitem Strich hingeworfen. „Vieles sortiere ich aus, aber an manchen Sachen arbeite ich weiter“, erklärt die Künstlerin, die Veränderungen in ihrer Arbeitsweise feststellt.

Früher habe sie sich intensiv einem Werk gewidmet, heute sind es mehrere Arbeiten, die nebeneinander entstehen. „Das gibt mir die Zeit, mich länger mit einem Bild zu beschäftigen und Änderungen zu akzeptieren. Die erste Euphorie und die Spontaneität kann ich so auf Beständigkeit überprüfen“, versucht sie zu erklären.

Auch sei nun ihre Malerei großflächiger, auf das Wesentliche konzentriert. Ihre Vorliebe für kräftige und leuchtende Farben ankert im Umfeld der „Blauen Reiter“; jener kurzlebigen Künstlergruppe um Macke und Kandinsky, der der Erste Weltkrieg ein abruptes Ende setzte. „Ich male so lange an einem Bild, bis die Farben zusammen klingen. Wenn die Komposition passt, ist es ein unbeschreibliches Glücksgefühl“, sagt Annegret Goebeler und widmet sich wieder ihren kleinformatigen Gouachen. „Der Rügen-Termin drückt“, schmunzelt sie erklärend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen