Neuer Türen-Kalender : Erinnerung an großen Denkmalpfleger

Barbara Möller übergibt ein Exemplar des neuen Güstrower Türenkalenders   an Jürgen Höhnkes Bruder Peter.
Barbara Möller übergibt ein Exemplar des neuen Güstrower Türenkalenders an Jürgen Höhnkes Bruder Peter.

Kalender „Spätklassizismus. Haustüren in Güstrow 2015“ in einer Auflage von 200 Stück erschienen

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18. März 2014, 06:00 Uhr

Um die 30 Interessenten hatte der Wind Sonnabendvormittag in die Buchhandlung „Welt im Buch“ in Güstrow geweht. Barbara Möller stellte den neunten Kalender „Haustüren in Güstrow 2015“ vor, der spätklassizistische Eingangspforten der Barlachstadt zum Inhalt hat. Die Präsentation, zwei Tage vor dem Geburtstag Jürgen Höhnkes angesetzt, stellte gleichsam eine Würdigung und Ehrung für den im vergangenen Jahr verstorbenen ehrenamtlichen Güstrower Denkmalpfleger dar. Kaum eine Unterhaltung, kaum ein Gespräch lief ab, ohne dass sein Name fiel.

Noch im Krankenhaus hatte Höhnke die Reihenfolge der Türen im aktuellen Kalender festgelegt. Selbst einen Tag vor seinem Tod habe er sich noch mit Güstrower Haustüren beschäftigt, wusste sein Bruder Peter Höhnke (80) zu berichten. „Er mochte die Öffentlichkeit, er mochte Publikum, er mochte den Trubel, aber er hatte mit seinem Wissen und seinem großen Engagement auch einiges zu bieten“, erinnert er sich.

Auf über 50 Jahre Freundschaft mit Jürgen Höhnke blickt Inge Kunkel (76) zurück. „Seit 1963 waren wir Kollegen. Er besaß die Fähigkeit, seine Schüler zu begeistern. Nicht nur für die Denkmalpflege, sondern auch für den Chor, was ja mein Fach war“, sagt sie. Die bisherigen neun Kalenderjahrgänge habe sie leider nicht mehr vollzählig. „Irgendjemand hat mir einige in den Jahren abgeschwatzt“, bedauert sie. So ging es auch Elisabeth Taetow (77). Bei ihr war es die damals zehnjährige Enkeltochter Nina, die ihr den Kalender mit den Jugendstiltüren „aus den Rippen geleiert“ habe. „Sie fand die Türen so schön und stellte eine Ähnlichkeit mit den Barocktüren fest“, sagt sie. Alle Kalender gesammelt hat Wella Lustig (78). Die Stadtführerin braucht sie als Fachliteratur. „Wenn ich bei den Rundgängen eine Tür einer Stilrichtung zuordne, muss ich sicher sein, dass das stimmt“, sagt sie.

Das Autorentrio des kalenders, Jürgen Höhnke, Barbara Möller und Uwe Seemann, hat sehr viel in Archiven recherchiert. Zu erhalten ist der Kalender bei „Welt im Buch“ und in der Güstrow-Info. Aber Eile ist geboten, denn die Auflage beträgt lediglich 200 Stück.







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