Leichtathletik : Erfolgreiche Jugendzeit endet

Henning Prüfer auf dem EM-Treppchen
Henning Prüfer auf dem EM-Treppchen

Der Güstrower Leichtathlet Henning Prüfer wird „Erwachsener“ und beginnt Ausbildung an Bundespolizei-Sportschule

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19. August 2015, 20:00 Uhr

Nach der Deutschen U20-Meisterschaft, seinem letzten Wettkampf in der Jugend, steht Henning Prüfer vor dem Schritt in die Kategorie der Aktiven, also der Erwachsenen. Im Nachwuchsbereich war der Güstrower, der gerade nach Potsdam gezogen ist, eines der erfolgreichsten Talente in der deutschen Leichtathletik der vergangenen Jahre.


Vier Medaillen ergattert


Bei drei für ihn möglichen internationalen Meisterschaften gewann er vier Medaillen, auch deshalb wurde Henning Prüfer bei der U20-EM in Eskilstuna (Schweden) gemeinsam mit Sprintass Gina Lückenkemper zum Kapitänsduo der deutschen Nationalmannschaft bestimmt. Am Rande eines Trainingslagers des LAC Mühl Rosin – der 19-Jährige besuchte am Montag kurz seinen Verein, in dem er „groß“ geworden ist – sprach Redakteur Eckhard Rosentreter mit dem Diskuswerfer.

Henning Prüfer, die Schule ist aus, das Abi in der Tasche – erst mal herzlichen Glückwunsch dazu! Wie geht es jetzt weiter?

Prüfer: Dankeschön. Diese Woche hoffe ich erst mal noch, dass bei der Prüfung für den Führerschein alles glatt geht. Danach mache ich mit der Familie noch eine Woche Urlaub. Am 1. September ist dann Antritt bei der Bundespolizei zur Ausbildung.

Was ist das für eine Ausbildung?

Ziel ist nach voraussichtlich vier Jahren der Polizeimeister. Gleichzeitig kann ich, da die Ausbildung am Bundesleistungszentrum in Kienbaum ist, weiter Sport treiben. Ich gehöre dann zur Sportfördergruppe der Bundespolizei, bei der Leistungssport möglich ist.

Du willst also weiter aktiv Sport auf Spitzenniveau treiben. Warum bei der Bundespolizei und nicht an der Fachhochschule in Güstrow, wie Dein ehemaliger LAC-Kollege Tom Gröschel?

Für mich als Werfer gibt es in Kienbaum Voraussetzungen, die ich in Güstrow nicht hätte. Dort gibt es nicht nur Wurfanlagen, sondern auch ein Werferkabinett und ein Winterwurfhaus, dazu alle Dinge, die Kienbaum eben bietet. Deshalb sind dort ja auch die Spitzensportler der Bundespolizei konzentriert, die Fachtrainer sind vor Ort. Und mein Heimtrainer Jörg Schulte in Potsdam hat es nicht weit, auch mal zu einer Einheit rüberzukommen.

Deshalb auch nach Deinem Auszug aus dem Internat eine Wohnung in Potsdam?

Richtig. Für uns Sportler gibt es in der Saisonvorbereitung und zu den Wettkampfhöhepunkten ausbildungsfreie Zeit. Da werde ich in Potsdam bei meinem jetzigen Verein trainieren. Diese Zusammenarbeit hat sich in den letzten drei Jahren sehr bewährt und die möchte ich fortsetzen.

Ein Wort bitte noch zur nun abgeschlossenen Saison. Die lief richtig gut an, mit 65,02 Metern als neue Bestweite. Zuletzt aber wirktest Du eher unzufrieden, oder täuschte das?

Nein, nein, das täuschte nicht. Ich habe meine sportlichen Ziele, die ich mir für dieses Jahr gesetzt habe, nicht erreicht, bei der Deutschen U20 bin ich sogar ohne Medaille geblieben. Da kann ich nicht zufrieden sein.

Aber das Wichtigste war dieses Jahr die U20-EM, und da gab’s doch immerhin Bronze…

Stimmt, aber ich weiß, dass generell mehr gegangen wäre. Zu gerne hätte ich nach dreimal WM-Silber auch mal Gold geholt. Leider hat mir das ganze Jahr über der Rücken einen Streich gespielt.

Was war da los?

Es gibt da schmerzhafte Verspannungen in der Muskulatur, so ganz genau wissen wir es immer noch nicht, wo die herkommen. Gegen die Schmerzen konnte der Arzt was tun, das ging dann aber auf Kosten der Beinschnelligkeit – genau dort fängt aber ein Diskuswurf an…

Es wird geulkt, der Verlust Deiner Prachtmähne könnte auch schuld sein?

Na definitiv nicht! Schon mit kurzen Haaren habe ich ja die Deutsche Meisterschaft der U23 gewonnen, daran kann es also nicht liegen.

Wegen der Probleme hast Du also auch kein Kugelstoßen mehr gemacht, richtig?

Das stimmt. Allerdings hatten mein Trainer und ich schon vor dem Winter darüber gesprochen, zumindest international nicht mehr die Kugel zu stoßen. Nächstes Jahr kommen mit der Männerkugel schließlich noch mal 1,26 Kilo drauf. Die Frage stellt sich momentan aber sowieso nicht.

Dann wünschen wir Dir, dass Du – für Sport und Beruf – die gesundheitlichen Fragen bald in den Griff bekommst.

Vielen Dank, ich werde mir Mühe geben.

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