AWG Güstrow : Erfolgreich in Plan- und Marktwirtschaft

AWG-Vorstandsvorsitzender Norbert Karsten und Aufsichtsratschef Manfred Müllner (hinten von rechts) begrüßten gestern Güstrower AWG-Mitglieder vor dem Kurhaus am Inselsee.  Fotos: Christian Menzel
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AWG-Vorstandsvorsitzender Norbert Karsten und Aufsichtsratschef Manfred Müllner (hinten von rechts) begrüßten gestern Güstrower AWG-Mitglieder vor dem Kurhaus am Inselsee. Fotos: Christian Menzel

Festempfang zum 60-jährigen Bestehen der Allgemeinen Wohnungsbau-Genossenschaft Güstrow-Parchim und Umgebung.

svz.de von
24. Juni 2016, 21:00 Uhr

„Ein Hoch auf uns…“ sang die Güstrower Gruppe „Vocalpop Regenbogen“, die den Festempfang zum 60-jährigen Bestehen der Allgemeinen Wohnungsbau-Genossenschaft (AWG) Güstrow-Parchim und Umgebung im Kurhaus am Inselsee musikalisch begleitete. Zur Feier hatte die AWG je 60 Mitglieder sowie Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kultur, die langjährige Partner der Genossenschaft sind, eingeladen. Vorstandchef Norbert Karsten spannte in seiner Rede den Bogen von der Gründung der Genossenschaft 1956 über die Zeit der Wende bis hin zu den aktuellen Aufgaben der Gegenwart.


Norbert Karsten gibt Nachfolge bekannt


In der tagtäglichen Arbeit sei es immer darum gegangen, den Leit- und Anspruch der Genossenschaft, allen Generationen ein Zuhause zu bieten, zu erfüllen. Die 60 Jahre teilte Norbert Karsten in zwei fast gleiche Hälften ein. „Wir haben 34 Jahre unter den Bedingungen der Planwirtschaft gearbeitet. Die Zeit war nicht ohne. Aber auch die 26 Jahre soziale Marktwirtschaft, denen wir uns stellen mussten, hatten es in sich“, resümierte er. Der Vorstandsvorsitzende nutzte die Gelegenheit zu einer persönlichen Erklärung. „Ich bin seit fast 37 Jahren eng mit der AWG verbunden. Am 31. Dezember 2016 geht mein Mandat als hauptamtlicher Vorstand zu Ende“, erklärte er. Karsten bedankte sich bei seinen Mitstreitern und informierte, dass der Aufsichtsrat Marco Mischinger zu seinem Stellvertreter und Nachfolger bestellt habe.

Für die Festrede zum Geburtstag hatte die AWG mit dem Senator a.D. Jürgen Steinert einen profunden Kenner der Wohnungswirtschaft gewinnen können. Steinert stand ab 1990 für elf Jahre als Präsident an der Spitze des Bundesverbandes deutscher Wohnungsunternehmen. Spannungsreich schilderte er, wie damals in Spitzengesprächen mit Helmut Kohl, Theo Waigel, Norbert Blüm und anderen hochkarätigen Politikern eine Vereinnahmung der Wohnungsgenossenschaften durch die Treuhand verhindert wurde. „Wenn das passiert wäre, würden Sie heute nicht den 60. Geburtstag feiern, dann wären die Genossenschaften pleite gegangen“, versicherte er. Der Güstrower Genossenschaft zollte er hohes Lob für ihre wirtschaftliche Stabilität. „Eine Eigenkapitalquote von 65,8 Prozent, das ist ein wirklich tolles Ergebnis“, anerkannte der Fachmann. Und auch in Sachen Verschmelzung mit den Genossenschaften von Krakow am See und Parchim habe das Unternehmen alles richtig gemacht. Die Zukunft der Genossenschaften liege in großen und stabilen Strukturen, versicherte er.


Spenden für Kirchen in Güstrow und Parchim


Im Vorfeld des Empfangs hatte die AWG darum gebeten, von beabsichtigten Geschenken Abstand zu nehmen und stattdessen für die Güstrower Dom- oder die Parchimer St. Georgen-Kirchgemeinde zu spenden. Insgesamt kamen 4500 Euro zusammen. Pastor Christian Höser erklärte, dass die dem Dom zugedachten 3000 Euro für Arbeiten am Westportal und zur Sanierung der Orgel verwendet werden. Parchims Pastor Peter Stockmann will die 1500 Euro als Komplementärmittel für den 2. und 3. Bauabschnitt der bis 2020 geplanten Kirchensanierung einsetzen.

Hintergrund:

Die AWG hat rund 3500 Mitglieder und bewirtschaftet nach Unternehmensangaben rund 3300 eigene Wohnungen in Güstrow, Krakow am See und Parchim mit einer Gesamtwohnfläche von rund 186 000 Quadratmetern. Dazu kommen Büros, Werkstätten, Gärten, Ferien- und Gästewohnungen sowie fast 100 Garagen und über 1300 Pkw-Stellplätze. Von 1991 bis 2015 hat das Wirtschafts- und Bauministerium MV die AWG mit rund 6,4 Millionen Euro aus Mitteln der Wohnraumförderung unterstützt, informiert das Ministerium. Mit den Geldern wurden 1307 Wohnungen modernisiert und instandgesetzt. Für die Nachrüstung von zwei Personenaufzügen und für die barrierefreie Erschließung von 21 Wohnungen erhielt die AWG  2015 rund 85 000 Euro Zuschüsse. In Deutschland gibt es 2,1 Millionen genossenschaftliche Wohnungen, das entspricht rund zehn  Prozent aller vermieteten Wohnungen in Deutschland. In MV verfügen die im Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen  organisierten 70 Wohnungsgenossenschaften über 99 000 Wohneinheiten.

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