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Güstrower Anzeiger

26. September 2017 | 05:51 Uhr

Lalendorf : Entscheidung, sonst Stillstand

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Bau von großen Tieranlagen war gestern Thema beim Besuch von Landwirtschaftsminister Till Backhaus in Lalendorf. Investoren forderten schnellere Rechtssicherheit. Kritikern fehlt die rechtzeitige öffentliche Beteiligung.

svz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 06:00 Uhr

„Übergroße Tieranlagen fördern wir nicht, wir wollen sie auch nicht und sie passen nicht in unser Land“, das sagte gestern Till Backhaus, Landwirtschafts- und Verbraucherminister, bei einem Besuch in der Gemeinde Lalendorf. Eine klare Aus- und Ansage. Trotzdem hakt es, weil zu vieles im Raum steht. Jörg Mollnhauer von der Bund-Ortsgruppe Wattmannshagen sieht die fehlende frühzeitige örtliche Beteiligung als grundsätzlichen Mangel. Mehrfach habe er auf diese Gesetzeslücke Verantwortliche im Land hingewiesen, sagte er und übergab dem Minister seine Kritik schriftlich.


Fehlende frühzeitige örtliche Beteiligung


Seine Erwiderer fand er in Investoren von Tieranlagen, mit unterschiedlichen Erkenntnissen und Schlüssen. Matthias Hantel, der einen Milchhof in Alt Sührkow hat, will einen Stall für 800 Rinder bauen. Damit ist er rechtzeitig in die Öffentlichkeit gegangen. Probleme erwartet er nicht. Er vermutet, weil „Milchkühe noch einen anderen Ruf“ haben. Aber Hantel, gleichzeitig Vorsitzender des Güstrower Bauernverbandes, will generelle Klärungen. Denn die Bauern, die in die Anlagen investieren, müssen weiter kommen, sonst herrsche Stillstand. Hantel fordert einen „gesellschaftlichen Konsens“. „Wenn der Bauer ökologisch, ökonomisch und sozial seine Anlage baut und es nachweist, muss er die Genehmigung erhalten.“


Investoren brauchen Rechtssicherheit


Minister Backhaus griff das auf und sprach von der Notwendigkeit rechtssicherer Entscheidungen. „Wenn die Genehmigung erteilt ist, muss sie gerichtsfest sein“, erklärte er. Da seien allerdings, räumte er ein, in den Genehmigungsverfahren in den vergangenen Jahren Fehler gemacht worden. Sie könnten künftig mit Umweltverträglichkeitsprüfungen und dem Nachweis der FFH(Fauna-Flora-Habitat)-Verträglichkeit für den Investor ausgeräumt werden.

Das alles hat Mathias Streeb aus Niegleve, der auch für seinen Sohn, der in der Ausbildung ist, investieren will, bisher bitter am eigenen Leib gespürt. Seit Ende 2008 hat er seinen Plan eine Hähnchenmastanlage mit 200 000 Tieren zwischen Wattmannshagen und Roggow zu bauen. 2012 hatte er schon die Genehmigung, dann kamen seine Kritiker mit dem Widerspruch. Streeb hat eine FFH-Verträglichkeitsprüfung nachgereicht. „Sie ist im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt in der internen Abstimmung“, sagte gestern Abteilungsleiterin Uta Schmidt. Streeb versteht das Ganze trotzdem nicht so ganz. Z.B. widerspricht er dem Vorwurf der fehlenden Kommunikation. „Die war von Anfang da“, betont er (SVZ berichtete). Der Landwirt will aber auch Klarheit in den Forderungen an ihn. „Wenn es so und nicht anders gebaut werden soll und man mir das erklärt, mache ich das auch“, sagt er. „Aber ich will eine Entscheidung, jedoch nicht irgendwann“, sagt er.


 

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