zur Navigation springen

Wenn der Notartzt gebraucht wird : Entscheidendes fünftes „W“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ein Feuer, ein Unfall, eine Kreislaufkollaps: Dann beginnt die Rettungskette in der Leitstelle des Landkreises in Bad Doberan. Erfahrene Mitarbeiter sind mit 122 Gemeinden und 166 Feuerwehren verbunden – und helfen schnell.

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Ein DRK-Einsatzfahrzeug aus Bützow ist gerade in Warnow unterwegs, zwei aus Güstrow in der Kreisstadt im Einsatz. Der Rettungshubschrauber Christoph 34 steht in Rostock bereit. Das alles hat Kerstin Röhl im Blick. Sie ist Disponentin in der Rettungsleitstelle in Bad Doberan. Von dort aus werden Notärzte, Sanitäter, die Feuerwehren, der Katastrophenschutz und die anderen Retter zum Einsatz durch dei Landkreis geschickt. Dafür steht ein ausgeklügeltes System von Rettungsplänen und Technik zur Verfügung. Doch entscheidend ist immer der Mensch, an beiden Enden der Rettungskette.

„Wir sind sehr gut aufgestellt, in allen Bereichen“, betont Ralf-Peter Odebrecht, Leiter des Eigenbetriebes Rettungsdienst. Die Leitstelle ist am Tag mit drei, in der Nacht mit zwei Mitarbeitern besetzt. „Alles ausgebildete Rettungsassistenten, die regelmäßig geschult werden“, erzählt Sven Wisoschinski, Koordinator.

Entscheidend bei einem jeden Einsatz, sind die Informationen, die in Doberan ankommen. „Der kürzeste Weg ist die 112“, sagt Disponentin Kerstin Röhl. Läuft der Notruf bei der Leitstelle auf kommen die fünf W’s ins Spiel. „Das lernt jeder in der Schule“, sagt Odebrecht. „Wo geschah es? Was geschah? Wie viele Verletzte? Welche Art von Verletzungen? Und dann das entscheidende fünfte W: Warten auf Rückfragen.“


Abgestimmt auf 122 Gemeinden und 166 Wehren


In einem Notfall stehen Menschen unter einem enormen Stress. Sie wollen helfen und verstehen nicht, wenn die Disponenten noch nach Details fragt, weiß Wisoschinski aus täglicher Praxis.

Der Anrufer sieht natürlich nicht, dass noch während der Disponent mit ihm telefoniert schon die erste Alarmierung erfolgt. Ein Notarzt kann nnerhalb von einer halben Minute in die Spur geschickt werden.

Ein anderes Beispiel nennt Odebrecht. Ein Unfall mit eingeklemmten Menschen. Kommt diese Information, wird nicht nur der Notarzt, sondern automatisch die für den Ereignisort zuständige Feuerwehr mit Spreiztechnik zum Einsatz geschickt.

Damit das alles reibungslos funktioniert gibt es für jedes Szenario einen Einsatzplan. „Abgestimmt auf 122 Gemeinden und 166 Feuerwehren“, sagt Kreiswehrführer Maik Tessin. Jeder Ortsname, der z.B. mehrmals im Kreis vorkommt, ist als solches gekennzeichnet, damit der Disponent gezielt nachfragen kann.

Was passiert, wenn Disponenten falsche oder ungenügend Informationen erhalten, zeigte sich am 3. Oktober 2013. Ein Haus nahe der Autobahnabfahrt Kröpelin bei Jürgenshagen brannte. Zum Einsatz gerufen wurden zunächst Wehren des Bereichs Kröpelin. Aus Satow und Jürgenshagen nicht (SVZ berichtete). Polizisten hatten bei einer Streifenfahrt von der A20 aus das Feuer gesehen. Die Erstmeldung landete bei der Polizei Wismar, dann in Schwerin und kam schließlich in der Leitstelle Doberan an. „Die Erstmeldung in Wismar hieß noch Auobahnabfahrt Kröpelin. Bei uns kam aber nur noch Feuer bei Kröpelin an.“ Deshalb wurde zunächst die Wehren alarmiert. „Erst danach kam eine weitere Meldung in der Leitstelle an. Und es erfolgte sofort die Nachalarmierung der Satower Wehr“, erklärt Odebrecht. Ist die Feuerwehr vor Ort, gibt es einen Einsatzleiter, der weiter entscheidet, ob weitere Hilfskräfte herangezogen werden müssen und welche.


Telefon-Reanimation mit dem Notfall-Melder


Wie ausgeklügelt das System Rettung ist, zeigt ein anderes Beispiel. Im Notfall können die Disponenten eine Telefon-Reanimation mit dem Notfall-Melder machen. Das heißt sie geben per Telefon durch, was der Ersthelfer tun muss. Neunmal erfolgte so im November und Dezember die Erste Hilfe bis der Notarzt vor Ort war.


 

 

 

 

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen