Druckerei Adam in Laage : Entlassungen bei Adam

<strong>Ein Bild aus besseren Tagen:</strong> Mit prominenten Gästen setzt Walter Adam (2. v.l.) die riesige Druckmaschine in Gang . <foto> archiv</foto>
Ein Bild aus besseren Tagen: Mit prominenten Gästen setzt Walter Adam (2. v.l.) die riesige Druckmaschine in Gang . archiv

Entlassungen bei der Druckerei Adam: Nachdem im Februar Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt wurden, erhielten 17 jetzt ihre Kündigung. Die Befürchtungen, dass das noch nicht alles ist, sind in der Belegschaft groß.

svz.de von
16. Juli 2012, 08:26 Uhr

Laage | Entlassungen bei der Druckerei Adam: Nachdem bereits im Februar Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt wurden, erhielten 17 jetzt ihre Kündigung. Die Befürchtungen, dass das noch nicht alles ist, sind in der Belegschaft groß. Das Unternehmen befinde sich in "einer schlechten Phase", man habe sich von unrentablen Aufträgen trennen müssen, erklärt Walter Adam die Situation. "Aber wir werden aus dem Tal wieder herauskommen", gibt sich der Firmeninhaber kämpferisch.

Adam betont, dass es keinesfalls um eine Gewinnoptimierung gehe, sondern der Schnitt notwendig sei um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens wieder herzustellen. Jeder einzelne Mitarbeiter tue ihm leid. Er werde alles unternehmen, um das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Betroffen sei zunächst allein das erst 2006 eröffnete Werk in Laage. Entlassungen im baden-württembergischen Bruchsal, dem Firmensitz, seien derzeit nicht geplant, aber für die Zukunft auch nicht auszuschließen, räumt Adam ein. Er habe mehr Unterstützung für sein Unternehmen für die Adam Nord GmbH erwartet. Man hätte Entlassungen in Laage vermeiden können, wenn die Agentur für Arbeit die Kurzarbeit verlängert hätte. Adam spricht von Ermessensspielräumen, die zugunsten des Unternehmens hätten ausgeschöpft werden können.

Gesetzlich sei die Zahlung von Kurzarbeitergeld für sechs Monate im Jahr geregelt, betont Christoph Möller, Chef der Arbeitsagentur Rostock und fügt hinzu: "Einen Ermessensspielraum gibt es nicht." In Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise habe das Arbeitsministerium das Instrument "Kurzarbeit" auf 24 und dann zwölf Monate verlängert. Diese Verordnung war zum Jahreswechsel zurückgenommen worden, informiert Möller. Somit gebe es keinen Handlungsspielraum, auch wenn sich mancher an eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes scheinbar gewöhnt habe, so der Rostocker Agenturchef.

2006 hatte sich die Adam Nord GmbH, die Millionen von Werbeprospekten für z.B. große Handelsketten druckt und mit dem neuen Standort eine Ausweitung des Geschäftes nach Norden und Osten beabsichtigte, in Laage auf der grünen Wiese angesiedelt und war dafür großzügig mit Fördermitteln bedacht worden. Mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen in Laage einst, heute sind es nach SVZ-Informationen noch etwa 40. Ein Aushängeschild war eine riesige Ausbildungswerkstatt mit im Jahr 2009 42 Auszubildenden. Der eigene Nachwuchs sollte herangezogen werden. "Das hat uns viel Geld gekostet", sagt Adam heute. Man habe das Niveau wieder herunterschrauben müssen. Immer wieder war eine zweite Ausbaustufe des Werkes in Laage, die noch einmal 100 Menschen Arbeit bringen sollte, angekündigt worden. Dazu kam es nicht.

Zwei Hightech-Drucklinien sind das Herzstück der Druckerei. Obwohl die Belegschaft jetzt auf das Maß einer Maschine reduziert wurde, würden beide Linien weiterlaufen. "Wir müssen sie fit halten", sagt Adam und gibt sich zuversichtlich: "Wir werden zurück kommen."

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