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Güstrower Anzeiger

22. November 2017 | 19:46 Uhr

Güstrow : Engagiert für Abbau von Barrieren

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Behindertenbeirat lud erstmals zu Fachtagung ein. Zertifikat „Reisen für alle“ im Blickpunkt.

„Wenn wir für Touristen attraktiv sind, haben die Einwohner auch etwas davon“, ist Ulrike Hemp, Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung überzeugt. Sie hat das bundeseinheitliche Zertifikat „Reisen für alle“ zum Thema einer ersten Fachtagung gemacht, zu der der Beirat in den Wildpark einlud. Knapp 20 Mitglieder, Unternehmer und Interessenten waren gekommen, um über barrierefreien Tourismus zu hören und vor allem miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Auch wenn nicht alles barrierefrei in einer Einrichtung ist, aber nach der Zertifizierung weiß man, was noch fehlt“, so Ulrike Hemp. Genau das versuchte auch Annette Rösler vom Tourismusverband MV deutlich zu machen. Die Zertifizierung „Reisen für alle“ wird inzwischen in elf Bundesländern einheitlich vorgenommen. Sie schafft mit anerkannten Qualitätskriterien geprüfte, verlässliche und detaillierte Informationen. „Ausgebildete Erheber erfassen die Informationen, den Ist-Zustand“, erklärte Annette Rösler. Ob es um den barrierefreien Zugang geht, die Tresenhöhe oder auch die Möglichkeiten für einen Rollstuhlfahrer oder Sehbehinderten – hier werden alle für Besucher notwendige Informationen festgehalten. Das mache das Reisen auch für Menschen mit Behinderungen wesentlich leichter.

Interessant waren die Informationen darüber auch für Holger Schneider, Geschäftsführer des Güstrower Freizeitbades „Oase“. „Insbesondere jetzt im Zuge unserer bevorstehenden Sanierung wollen wir doch wissen, was wir bedenken müssen“, sagt er. Viele Menschen mit einer Behinderung würden das Bad besuchen. „Manchmal kostet es nicht viel und viele haben aber einen großen Nutzen davon“, weiß Ulrike Hemp.

Angeregt wurde eine Ideensammlung mit allen Beteiligten, die gleich vor Ort begonnen wurde. Da ging es um Fragen wie: Wie kommt ein Rollstuhlfahrer ins Wasser der „Oase“? Oder: Wie kann ein Gehbehinderter mit Rollator die Türen von Geschäften oder Einrichtungen öffnen? „Wer mit Barrierefreiheit wirbt, muss sie auch bieten können“, ist Ulrike Hemp überzeugt.

Auf dem Weg zum Zertifikat ist übrigens bereits der WildparkMV. „Wir haben bereits besprochen, wie es vor sich geht“, erklärt Parkleiter Klaus Tuscher. Ein Mittel sei unter anderem eine gute Beschilderung. Der Leiter denkt aber auch schon an Neubauten und möchte so gut wie möglich Barrierefreiheit herstellen. Tuscher: „Das geht nicht immer, das ist mir klar. Aber wir wollen den Blick von außen ermöglichen und alles auf den Prüfstand stellen.“ Wenn alles erfasst sein wird, sollen auf Flyern und im Internet alle notwendigen Informationen veröffentlicht werden. Touristikfachfrau Annette Rösler: „Dann wissen die Besucher ganz exakt, was sie erwartet.“



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