zur Navigation springen
Güstrower Anzeiger

22. November 2017 | 03:06 Uhr

Stadtsanierung : Endlich! Sanierung beginnt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Baugerüste in der Domstraße 21 künden vom Baubeginn / Acht Wohnungen sollen im nächsten Jahr bezugsfertig sein

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 23:30 Uhr

Will man wissen, was in Güstrow und Umgebung los ist, lohnte sich bisher auch immer ein Blick auf die zugeklebten Fenster des Hauses in der Domstraße 21. Wildes Plakatieren hat hier Tradition. Diese wird nun gebrochen. Ein frisch aufgestelltes Gerüst kündet vom Sanierungsbeginn. Acht Wohnungen und ein oder zwei Läden sollen in dem Haus aus dem Jahr 1910 entstehen. Läuft alles nach Plan können die Mieter im nächsten Jahr einziehen.

Das Projekt Domstraße 21 gehört zweifelsohne in die Kategorie „Na, endlich!“. Bis in die 1990er-Jahre war das unter Denkmalschutz stehende Haus bewohnt. „Die letzten Mieter dürften 1998/99 ausgezogen sein“, vermutet Helge Richter. Hinweise darauf würden Zeitungen geben, die man im Haus fand, erklärt der Architekt, der die Sanierung betreut. Die ehemaligen Mieter hätten viel hinterlassen. Vier Container mit Möbeln und Müll habe man schon vor Monaten aus dem Gebäude geholt.

Zwei hoffnungsvolle Anläufe für eine Sanierung der Domstraße 21 hatte es in den vergangenen Jahren gegeben. Als sich im vergangenen Jahr noch immer nichts getan hatte, wollte Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt schon die bereits zugesagten Städtebaufördermittel in Höhe von 675 000 Euro zurückziehen, um sie anderweitig einsetzen zu können. Just zu der Zeit aber gab es nochmals einen Wechsel. Drei Eigentümer würden nun den Mut habe, das Projekt anzupacken. „Ohne Fördermittel wäre das ein Unding“, betont der Architekt.


Löcher im Dach – Schäden bis zum Keller


Zwei Löcher im Dach hätten dazu geführt, dass die Holzbalkendecken bis zum Erdgeschoss heruntergebrochen wären. „Als erstes müssen wir hier neue Holzbalkendecken – eine Forderung der Denkmalbehörde – einziehen“, berichtet Helge Richter und hofft, dass diese Arbeiten im späten Herbst erledigt sein werden. Danach würde dann das sich weit in den Grünen Winkel hinein erstreckende Gebäude insgesamt eingerüstet werden. „Dach, Fassade und Fenster wollen wir dann in einem Ritt machen“, kündigt der Architekt an. Während die Fenster weiß gestrichen werden, stehe die Farbe der Fassade noch nicht fest. Hierzu seien noch Untersuchungen notwendig. Geht es nach den Vorstellungen des Architekten müsste es nicht unbedingt ein Grauton sein. Um die acht Wohnungen auch für ältere Mieter attraktiv zu machen, werde ein Fahrstuhl eingebaut, so Helge Richter.

Das Besondere des Hauses ist nicht nur seine Größe – rund 800 Quadratmeter –, sondern auch die Tatsache, dass es genau so groß ist wie das Grundstück. Auf dieser schmalen Fläche ein so großes Gebäude errichtet zu haben, war Anfang des 20. Jahrhunderts sicher eine bemerkenswerte Leistung. Stilistisch einzuordnen ist das unter Denkmalschutz stehende Haus in die Reformbewegung, irgendwo auf dem Weg in die Moderne.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass es in den 1990er-Jahren einen potenziellen Investor gegeben hatte, der das Haus abreißen und durch einen Neubau ersetzen wolle. Ein Proteststurm hatte dies verhindert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen