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Sanierung Thomas-Müntzer-Schule : Endlich auf der Zielgeraden?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Förderzusage für Thomas-Müntzer-Schule – aber noch ist nichts schriftlich.

von
erstellt am 23.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Das komplexe Sanierungsvorhaben Thomas-Müntzer-Schule kommt auf die Zielgerade? Noch muss man das Fragezeichen setzen. Doch endlich gebe es die lang ersehnte Förderzusage, informierte Andreas Brunotte die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Schule, Kultur und Sport. „Aber schriftlich haben wir das noch nicht!“, betont der 1. Stadtrat und möchte deshalb immer noch mit dem Jubeln zögern.

Brunotte zeichnete noch einmal den bisherigen, den schier endlosen Werdegang des Projektes nach. Los geht der mit der unbekannten Förderrichtline für die beantragten Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, kurz Efre. Wegen der erwartet hohen Zuschüsse aus diesem Fonds hatte die Stadtvertretung einst beschlossen, genau diesen Geldtopf anzuzapfen, erinnerte Brunotte. Inzwischen stehe fest, dass das Vorhaben zu 75 Prozent gefördert werden könne. Doch es türmten sich einige Klippen auf, die nicht alle würden zu überspringen sein.

Als ganz schwieriger Punkt bei der Projektierung hätten sich die Kosten erwiesen. 9,2 Millionen Euro sind als Gesamtkosten kalkuliert. Dabei sei die Nachforderung nach einem Fahrstuhl, was wiederum Änderungen der Statik und am Brandschutz nach sich zog, nur ein Aspekt. Denn die errechneten 4600 Euro pro geplantem Quadratmeter Nutzfläche bei der kompletten Sanierung und teilweisem Neubau lägen laut Berechnungen des Betriebes für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL) viel höher als der mit 2800 Euro angegebene Durchschnitt im Land für solche Vorhaben. Klare Ansage: Das sei nicht förderfähig. Als Ursache für die hohe Diskrepanz habe man vor allem ein uneffektives Verhältnis von ansonsten ungenutzten Fluren und Unterrichtsräumen ermittelt, erklärte Andreas Brunotte. Dies habe die Architektin ideenreich korrigiert und beispielsweise Ruhezonen und gesonderte Garderobenbereiche in die Flure integriert.

Durch Herausnahme bestimmter Bauleistungen habe die Stadt dann ihre Basis für den Förderantrag auf 8,2 Millionen Euro reduziert – was immer noch zu teuer wäre. Weitere 400  000 Euro ließen sich sparen, wenn auf die zentrale Belüftung der Klassenräume verzichtet wird, noch einmal 200  000 Euro ohne die wohl nicht förderfähige Photovoltaikanlage auf dem Dach. Und an diesem Punkt angelangt, werde endlich das Vorhaben durch das Landesförderinstitut „positiv bewertet“, sagt der 1. Stadtrat.

Etwas Kopfzerbrechen bereite jetzt immer noch das Raumkonzept. Hier zögere der Landkreis noch mit seiner Zustimmung, was auch daran liege, dass die ganze Inklusionsfrage im Land immer noch in der Schwebe sei. Da es jedoch um gerade mal einen Raum gehe, möchte der 1. Stadtrat von einem am Ende doch positiven Votum des Landkreises ausgehen.

Sollten jetzt tatsächlich alle Steine aus dem Weg geräumt sein, prognostiziert Brunotte den Baubeginn vorsichtig für 2018. Dann könnte die neue Thomas-Müntzer-Schule 2020 fertig sein. Die Betonung liegt auf „könnte“. Brunotte: „Ob das klappt, kann ich im Moment überhaupt nicht beurteilen. Noch steht ein langwieriges Prozedere aus.“

Durchaus durchwachsen reagierten die Ausschussmitglieder auf die verkündeten Neuigkeiten. „Hätten wir die Schule gleich neu gebaut, wären wir vielleicht schon fertig“, dachte Sabine Moritz laut nach. Walter Lindemann: „Wir müssen uns fragen lassen, was wir falsch gemacht haben.“ Der 1. Stadtrat möchte das relativieren und verweist auf die bisher „noch nie ausgereichte hohe Förderung“. Dass die Sanierung nun schon so lange ausbleibe, wertete Hans-Georg Kleinschmidt als „verantwortungslos gegenüber Lehrkräften und Schülern“. Und: „Endlich kommt da Bewegung rein.“

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