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Bilse-Institut Güstrow : Ende einer Erfolgsgeschichte

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

in Güstrow umgesetztes Langzeitprojekt „Perspektive 50plus“ läuft aus / Firmen als „Unternehmen mit Weitblick“ geehrt

Freude und Stolz, aber auch ein wenig Wehmut prägte die Festveranstaltung, zu der der Güstrower Bildungsträger Bilse ins Bürgerhaus eingeladen hatte. Auf der einen Seite wurden wieder zwei Unternehmen, die sich bei der Integration von älteren Arbeitnehmern besonders verdient gemacht hatten, ausgezeichnet. Für Wehmut sorgte die Bekanntgabe, dass das bundesweite Arbeitsförderungsprojekt „Perspektive 50plus“ nach zehn Jahren zum 31. Dezember ausläuft.


Bilse-Institut Güstrow erhielt Zuschlag


Als das Bundesarbeitsministerium 2005 nach Ideen suchte, wie ältere Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden könnten, erhielt Bilse neben vier weiteren Teilnehmern den Zuschlag in Mecklenburg-Vorpommern. Unter dem regionalen Slogan „Top für Job 50+“ schmiedete der Bildungsträger eine Reihe lokaler Arbeitspakte. Von Anfang an im Boot war das Jobcenter Güstrow. Gemeinsam gelang es, immer mehr Arbeitgeber für das Vorhaben, die Erfahrungen älterer Arbeitnehmer zu nutzen, zu gewinnen. „Dabei gab es anfangs erhebliche Widerstände. Es war die Zeit, da junge Menschen unser Bundesland auf der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen verließen. Und da kamen wir und wollten etwas für Langzeitarbeitslose tun“, erinnert sich Bilse-Geschäftsführer Rainer Schätz. Doch „Top für Job 50+“ wurde zur Erfolgsgeschichte. „Über die zehn Jahre haben wir über 10 000 ältere Arbeitslose betreut und über 3000 in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Auf die Vermittlungsquote von 32 Prozent sind wir stolz“, sagt der Geschäftsführer.

Bewährt hätten sich beispielsweise die Projektwerkstätten, bei denen Langzeitarbeitslose brach liegende Fähigkeiten aktivieren und dabei Selbstbewusstsein aufbauen konnten, beschreibt Birgit Stecker, bei Bilse von Anfang an in das Projekt involviert. „Auch unser Projektauto, mit dem Arbeitssuchende aus dem ländlichen Raum zu Bewerbungsgesprächen gefahren sind, hat sich bewährt“, nennt sie eine weitere der umgesetzten Ideen.


Effektive Arbeitspakte in Region aufgebaut


Vor allem aber gelang es, viele effektive Arbeitspakte in der Region aufzubauen. „Einen großen Schub erfuhr das Projekt, als 2008 das Hanse-Jobcenter Rostock einstieg“, erinnert sich Birgit Stecker. 2009 wurde damit begonnen, Unternehmen, die dem drohenden Fachkräftemangel durch einen Wissenstransfer zwischen den Generationen erfolgreich entgegen wirkten, zu ehren. In diesem Jahr erhielten aus einem Kreis von acht nominierten Firmen die in Rostock ansässige Primec GmbH und die Zeit- und Service-Personalentwicklungsgesellschaft aus dem niedersächsischen Brake die Auszeichnung „Unternehmen mit Weitblick“. Die Gesellschaft betreibt in Güstrow eine Niederlassung mit 70 Mitarbeitern. „Wir vermitteln passgenaues Personal für mittelständische Unternehmen, um Personalspitzen in den Firmen abzufedern oder Krankheits- und Urlaubsvertretung zu leisten“, erklärt Niederlassungsleiterin Diana Freiknecht. Zirka 10 bis 15 Arbeitnehmer akquirierte sie pro Jahr aus dem Programm „Top für Job 50+“. „Etwa jeder Dritte erreichte eine Festeinstellung“, versichert sie. Das entspricht in etwa der von Rainer Schätz genannten Erfolgsquote des Projektes.

 


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