Nerzfarm Kluess : Ende der Nerzfarm: Abriss nicht zu erzwingen

Ab- oder Anlieferung? Was Lastwagen, darunter mit ausländischem Kennzeichen, in diesen Tagen zur Nerzfabrik liefern oder dort abholen, ist nicht bekannt.
Ab- oder Anlieferung? Was Lastwagen, darunter mit ausländischem Kennzeichen, in diesen Tagen zur Nerzfabrik liefern oder dort abholen, ist nicht bekannt.

Betreiber verpflichtet, künftige Umweltbeeinträchtigungen durch stillgelegte Anlage auszuschließen.

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28. November 2017, 05:00 Uhr

Die Nerzfarm in Güstrow-Klueß schließt zum Jahreswechsel. Ein Abriss der Ställe und sonstiger Anlagen, wie es die Anwohner wünschen, wird vermutlich nicht erfolgen. Weder Betreiber noch Grundstücksbesitzer sind dazu verpflichtet, die Anlage zurückzubauen, informiert das Landwirtschaftsministerium MV auf Nachfrage.

Insbesondere Bürger, die in unmittelbarer Nähe der Nerzfabrik wohnen, beklagen seit Jahren Belästigungen, die von der Anlage ausgehen. Immer wieder kämpfe man mit einer Fliegenplage, hatte u.a. Udo Mickwausch auf einer Einwohnerversammlung im Sommer in Klueß geklagt (SVZ berichtete). Die Befürchtung der Anwohner: Wenn die Nerzfarm nicht abgerissen wird, könnte es munter mit Geruchsbelästigungen und Fliegenplage weitergehen. Ohne Verpflichtung werde der Betreiber wohl kaum handeln und den Grundeigentümer sahen die Klueßer in einer Situation, dass er einen Abriss wohl kaum würde bewältigen können.

„Für den Betrieb der Nerzfarm existiert keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)“, erklärt Ministeriumssprecherin Martina Plothe und zitiert Gesetze und Verordnungen, die sich im Laufe der Jahre änderten. Quintessenz: Die Nerztierfarm war der Behörde zu Beginn des Jahrtausends anzuzeigen. Dies erfolgte. Plothe: „Eine Rückbauverpflichtung wurde für die Nerztierfarm nicht angeordnet. Allerdings sei der Anlagenbetreiber aufgefordert, umgehend die Einstellung des Betriebes anzuzeigen und dabei darzulegen, wie er sicherstellen will, dass fortan keine schädlichen Umwelteinwirkungen und sonstigen Gefahren mehr von der Anlage ausgehen. Dazu müssten Abfälle, insbesondere der Kot verwertet oder beseitigt werden und das Betriebsgelände in einen ordnungsgemäßen Zustand (z.B. Sicherung gegen den Zutritt Dritter) versetzt werden. Dazu sei der Betreiber verpflichtet, betont Plothe und kündigt eine Kontrolle durch das Staatliche Amt fürLandwirtschaft und Umwelt (Stalu) im nächsten Jahr an.

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