Güstrow : Eklat bei der Güstrow-Card

Parkgebühren können mit der Güstrow-Card bezahlt werden.
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Parkgebühren können mit der Güstrow-Card bezahlt werden.

Er hat die Güstrow-Card vor neun Jahren aus der Taufe gehoben und sie zu einer der größten City-Cards Deutschlands gemacht: Nun tritt Volker Isernhagen als Geschäftsführer der Rabattkarten-Gesellschaft im Streit ab.

svz.de von
27. Juni 2012, 06:29 Uhr

Güstrow | Er hat die Güstrow-Card vor neun Jahren aus der Taufe gehoben und sie mit bis zu 30 Prozent jährlichem Wachstum zu einer der größten City-Cards Deutschlands gemacht: Jetzt tritt Volker Isernhagen als Geschäftsführer der Rabattkarten-Betreibergesellschaft im Streit zurück. Seiner Aussage nach habe die Stadt als Gesellschafter der Betreibergesellschaft mehrmals Forderungen gestellt, die er nicht gewillt war, mitzumachen. Gewinne aus der Güstrow-Card sollten demnach anders verteilt werden. "Die unmissverständliche Aufforderung eines Gesellschafters zu erheblichen Spendenzahlungen an den Güstrower Gewerbeverein, den Landesgartenschauverein und einer Dauersubventionierung des Güstrower Tourismusvereins sorgte für Irritationen", so Isernhagen gegenüber unserer Zeitung. Vor allem im vergangenen Jahr sei deutlich geworden, dass einige Gesellschafter die Ziele und Schwerpunkte der Betreibergesellschaft neu definieren wollten, sagt Isernhagen, der sein Amt als Geschäftsführer am 30. Juni abgibt. Er bleibt aber Gesellschafter der Güstrow-Card-Betreibergesellschaft.

Die neuen Geschäftsführer sind nach SVZ-Informationen Burkhard Bauer, derzeit Geschäftsführer des Fördervereins Region Güstrow, sowie die Geschäftsfrau Heike Gerlach aus Badendiek. Bauer soll ab nächster Woche für die Händlerbetreuung und -gewinnung, Heike Gerlach für den kaufmännischen Bereich zuständig sein. Ob Bauer Geschäftsführer des Fördervereins bleibt ist unklar. Er wollte sich gestern gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Klar ist aber, dass die Zukunft des Fördervereins ungewiss ist (SVZ berichtete).

Isernhagen behauptet, dass die Stadt auf eine neue Geschäftsführung gedrängt habe. Er habe das verstärkte Sponsoring für die oben genannten Vereine abgelehnt und wollte sich auf das Sponsoring für wichtige Vorhaben der Partnergeschäfte der Güstrow-Card konzentrieren. "Nur wenige Wochen später ließ der Gesellschafter die Forderung erneut vortragen mit dem Hinweis darauf, dass es sonst personelle Konsequenzen geben wird", so Isernhagen. Daraufhin habe die Mehrheit der Gesellschafter im Februar die fristlose Abberufung seiner Frau, mit der er gemeinsam die Geschäfte der Güstrow-Card führte, beschlossen. Isernhagen selbst blieb für die Technik und die Händlerbetreuung und -gewinnung verantwortlich. Als sich Heike Ger lach um die Geschäftsführung beworben habe, seien die Mehrheitsverhältnisse - zu Isernhagens Ungunsten - geklärt und der Weg für eine neue Geschäftsführung vorgezeichnet gewesen, sagt er.

Keine Forderungen von Gesellschaftern für Vereine

Anett Zimmermann, Vertreterin der Stadt Güstrow in der Betreibergesellschaft, weist die Vorwürfe, auch im Namen der Gesellschafter, vehement zurück. "Alle Gesellschafter können damit nichts anfangen", sagte sie gestern gegenüber SVZ. Es habe keinerlei Forderungen seitens der Stadt noch der anderen Gesellschafter gegeben, überhaupt oder mehr Geld in die drei Vereine fließen zu lassen. Gesellschafter der Betreibergesellschaft sind neben der Stadt, die AWG, die Stadtwerke, die FIG, die Volks- und Raiffeisenbank Güstrow, der Verein "GüstrowTourismus", City Sport Dräger, die Autoscheune Gerlach, Fred Beynio sowie Volker Isernhagen.

Vielmehr arbeite Volker Isernhagen seit einiger Zeit außerhalb Güstrows und auch seine Frau habe wieder eine Vollbeschäftigung, so dass sie sich nicht mehr voll der Güstrow-Card widmen könnten, so Anett Zimmermann. Deshalb habe man über neue Lösungen diskutiert. "Herr Isernhagen hat sich im Laufe dieser Diskussion entschieden, dass er nicht mehr als Geschäftsführer zur Verfügung steht. Das war aber nicht der Wunsch der Gesellschafter", sagt sie. Mit dem Wechsel in der Geschäftsführung ist der Sitz der Güstrow-Card jetzt auch nicht mehr in Isernhagens Privathaus, sondern in der Güstrow-Info. "Wir haben kurzfristig einen Arbeitsplatz für die Güstrow-Card in der Touristinfo eingerichtet. Das ist für die Kunden besser erreichbar", sagt sie.

Anett Zimmermann bedauert, dass der Geschäftsführer-Wechsel so einen Verlauf genommen hat. "Wir wollen die Kundschaft und die Partner der Güstrow-Card nicht verunsichern." Sie verweist darauf, dass das System "Güstrow-Card" nicht gefährdet sei und die neue Geschäftsführung dieses System mit Erfolg fortführen werde. "Wir danken Herrn Isernhagen für sein Engagement", sagt sie abschließend.

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