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Schloss Güstrow : Einzigartige Sammlung im Norden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Dr. Kristina Hegner präsentierte im Güstrower Schloss Katalog zum Mittelalterbestand des Staatlichen Museums Schwerin vor

Im Keller des Güstrower Schlosses liegt ein großer Schatz. Kunstwerke, die aus Kirchen und Klöstern Mecklenburgs stammen, sind dort für die Besucher zugänglich. Jetzt legte Dr. Kristina Hegner einen in vielen Jahren Forschungsarbeit entstandenen Katalog des Mittelalterbestandes des Staatlichen Museums Schwerin vor.

Zu Unrecht werde die Schweriner Sammlung im Bereich der alten Kunst fast ausschließlich mit der niederländischen und flämischen Kunst des 17. Jahrhunderts in Verbindung gebracht, bekannte Direktor Dr. Dirk Blübaum während der Präsentation des Katalogs im Güstrower Schloss. „Dabei sucht die Mittelaltersammlung in Norddeutschland ihres Gleichen. Sie enthält nicht nur Werke von hohem Wert, sondern stellt auch ein Abbild der kirchlichen Geschichte des Landes dar“, erklärte Blübaum.

Begründet wurde die Sammlung im 19. Jahrhundert, als viele Gemeinden ihre Kirchen modernisierten und „alte Kunst“ aussortierten. „Auf diese Weise kamen ganze Konvolute in die Museen“, erklärte Hegner. Die Sammlung umfasst Taufbecken und Grabsteine, Altäre, Altarfiguren, Einzelbilder, Altargeräte, Reliquienbehälter und vieles andere mehr. „Unser gesamter Bestand der Mittelaltersammlung ist bis auf wenige Altäre nach Güstrow gekommen. Gezeigt werden kann nur ein Teil davon und zwar in der 1997 eingerichteten mittelalterlichen Dauerausstellung“, sagte die Kustodin. Glanzstücke sind der Neustädter und der Tempziner Altar, aber auch die Thronende Madonna aus der Dorfkirche zu Belitz. Um 1250 gefertigt, gilt sie als älteste Holzskulptur der Sammlung.

Ein zweibändiger Bestandskatalog der Schweriner Sammlung erschien 1979 und 1983. Wurde die Forschung zu DDR-Zeiten eher stiefmütterlich betrieben, änderte sich das nach der Wende. Die erste relevante Ausstellung über die Kunst dieser Epoche wurde 1995 im Zuge der großen Landesausstellung „Tausend Jahre Mecklenburg“ im Güstrower Schloss gezeigt. Museumsdirektor Blübaum konnte sich mit Blick auf den Bauzustand des Güstrower Wahrzeichens die Bemerkung nicht verkneifen, dass, so keine Änderung eintritt, das 1100-jährige Jubiläum Mecklenburgs wohl kaum im Schloss gefeiert werden könne.

Musikalisch umrahmt wurde die von zahlreichen Besuchern im Festsaal wahrgenommene Präsentation des Katalogs von Countertenor Stephan Bordihn und Renate Zimmermann am Klavier. Eine Führung durch die Mittelalterausstellung beschloss die Veranstaltung. Zu erhalten ist der neue Bestandskatalog im Güstrower Schloss.

 



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