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Heimatgeschichte in Güstrow : Eintauchen in lokale Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Fachtagung für Ortschronisten und Heimatforscher des Landkreises und der Stadt Rostock in Güstrow.

Geschichtsinteressierte Menschen standen am Sonnabend in Güstrow vor der Wahl: Besuchen sie die Tagung der Fritz-Reuter-Gesellschaft im Bürgerhaus oder nehmen sie an der Fachtagung von Ortschronisten und Heimatforschern im Kreishaus teil. An die 40 ehrenamtlich tätige Chronisten hatten sich für die von Dr. Reno Stutz organisierte Veranstaltung für die Heimatforscher des Landkreises und der Hansestadt Rostock entschieden. Sie erlebten einen an Vorträgen und Diskussionen reichen Tag, an dem es am Vormittag um das Know-how von Geschichtsforschung, um Quellenstudium und um erfolgreiche Suche in Archiven ging. Am Nachmittag standen inhaltliche Themen wie ein Vortrag über Slawenburgen sowie Erfahrungsberichte auf dem Programm.


Mit Bürgermeister und Gemeinde gut stellen


Als einer der Referenten berichtete Wolf Völker aus Kirch Rosin über seine 23-jährige Tätigkeit als Ortschronist. Dazu hatte er zehn Erfahrungen aufgelistet. „Nummer eins: Stellen Sie sich gut mit dem Bürgermeister und der Gemeindevertretung“, riet er den Heimatforschern schmunzelnd. Seine zweite Erfahrung: Es sollte nicht jeder nach Gutdünken forschen, sondern die Interessengemeinschaft oder der Verein müsse eine klare Struktur mit einem Kapitän an Bord haben. Als wichtig erachtete Völker, der Geschichtsprofessor an der Uni Rostock war, das Anlegen einer Datenbank. „Uns erreichen oft Anfragen von Bürgern, die früher einmal in unserer Gemeinde gelebt haben. Da ist es gut, wenn wir auf eine Personen-Datenbank zurückgreifen können“, sagte er. Die Interessengemeinschaft der Ortschronisten von Mühl Rosin ist im Verein Bisdede organisiert und gibt „Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Mühl Rosin“ heraus. Gerade abgeschlossen ist Heft Nummer 13, in dem es um die 25 Jahre nach der Wende geht. Für die Nummer 14 tragen die Chronisten das Material gerade zusammen.

In einem Verein – den Klueßer Sandhasen – ist auch die Chronistengruppe des Güstrower Ortsteils angesiedelt. Mit einem großen Sommerfest Ende Juni feiern die Einwohner das 700-jährige Bestehen von Klueß, das früher Pustekow hieß. Die Geschichte ihres Ortes haben die Heimatforscher in vier Heften zusammengetragen.

Als eine weitere Quelle für historisches Material stellte Tobias Sofka das Archiv des Landkreises vor. Es besteht aus einer Hauptstelle in Güstrow und einer Dependance in Bad Doberan. „Wir verwalten einen Bestand von zirka 6000 laufenden Metern Archivgut“, berichtete der Sachgebietsleiter. Teilweise reicht das Material aus den Städten und Gemeinden bis ins 18. Jahrhundert zurück. Hintergrund ist eine Weisung aus den 1980er-Jahren, dass Kommunen, die über keine eigenen Archivmöglichkeiten verfügen, ihre Bestände an den damaligen Rat des Kreises übergeben mussten. „Somit erweist sich unser Kreisarchiv als eine ergiebige Fundgrube für Ortschronisten und Heimatforscher“, versicherte Sofka.

Landrat Sebastian Constien hatte zuvor angekündigt, dass eine solche Fachtagung für Ortschronisten künftig in jedem Jahr geplant sei.

 



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