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Brand in Güstrow : Einsturzgefahr in Gleviner Straße

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nach Brand in Güstrower Altstadt muss betroffenes Haus abgerissen werden. Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

von
erstellt am 15.Feb.2017 | 20:30 Uhr

Das Brandhaus in der Gleviner Straße 3 in der Güstrower Altstadt ist nicht mehr zu retten – Einsturzgefahr. „Statisch völlig instabil“, lautete gestern die vernichtende Beurteilung des Güstrower Baustatikers Karl-Heinz Brenncke. Es sei lebensgefährlich das Haus zu betreten. „Nach meiner ersten Einschätzung muss das Haus abgerissen werden“, sagt Brenncke. „Ich hatte gehofft, dass wenigstens noch die historische Fassade gerettet werden kann“, kommentierte Hausbesitzer Salih Akan, der im Erdgeschoss einen Gemüsehandel betrieben hat, sichtlich getroffen die schlechten Nachrichten. In der Nacht zu Sonnabend war im Dachstuhl des unbewohnten Hauses Gleviner Straße 3 ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde niemand.

Gleviner Straße bleibt gesperrt

„Die Bauaufsicht des Landkreises wird jetzt sofort die weitere Sperrung der Gleviner Straße sowie die Errichtung eines Fußgängertunnels zum Schutz der Passanten veranlassen“, sagte gestern Kreissprecher Michael Fengler nach der Begehung des Brandortes mit dem Baustatiker. Bis auf weiteres bleibt die Straße für den Verkehr also gesperrt. Auch die Nachbarhäuser wurden durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Allerdings seien beide Häuser standsicher, so Brenncke. „Der Giebel des Brandhauses ist jedoch auf die Nummer 2 gestürzt. Schornstein und Dachbalken müssen hier abgetragen werden. Dazu wird jetzt ein Gerüst aufgestellt“, sagte er. Die Gleviner Straße 4 ist ebenfalls nicht mehr bewohnbar. „Löcher in den Wänden und Decken. Es stinkt wie die Pest“, stellte Besitzerin Anke Bennöhr gestern fest. Die Bewohner des Hauses seien anderweitig untergekommen. Jetzt wolle sie sich um die Sanierung kümmern. „Ich danke der Feuerwehr. Ohne diese selbstlosen Leute hätten wir unser Haus vergessen können“, so Anke Bennöhr.

Das zerstörte Haus Gleviner Straße 3 sei ein großer Verlust für die Barlachstadt, sagte Jane Weber vom Stadtentwicklungsamt. „Es handelte sich um ein Einzeldenkmal.“ Das Haus stamme aus dem 17. Jahrhundert und sei für Güstrow historisch bedeutend. „Das Dachgeschoss und der Anbau auf dem Hof waren noch im originalem Zustand. Die Fassade wurde um 1916 erneuert“, sagt Jane Weber.

Die Güstrower Polizei geht unterdessen davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. „Aufgrund des jetzigen Ermittlungstands können wir einen technischen Defekt ausschließen. Wir ermitteln wegen Brandstiftung gegen Unbekannt“, sagte gestern Polizeihauptkommissarin Kristin Hartfil auf SVZ-Nachfrage. Weiterhin sucht die Polizei Zeugen. „Hier erhoffen wir uns noch Hinweise.“

Gemüsehändler Salih Akan hat trotz der niederschmetternden Nachrichten seine Zuversicht nicht verloren. „Haus und Laden sind total verwüstet. Aber ich werde weitermachen. Ich hoffe, dass ich demnächst mit meinem Laden in die Mühlenstraße ziehen kann, in das ehemalige Geschäft von Elektronik Baranyai“, sagt er optimistisch.

 

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