Übung : Einsatzkräfte proben Ernstfall

Horror-Szenario: Im Terminal des Flughafens gibt es eine Explosion mit starker Rauchentwicklung. Verletzte liegen bewusstlos am Boden. Fotos: Michaela Kleinsorge (5)
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Fotos: Michaela Kleinsorge

Katastrophenszenario auf dem Flughafen Laage: Nach einer Explosion im Terminal Verletzte und Tote / Nur eine Übung

svz.de von
23. November 2014, 20:45 Uhr

Ein Knall, Schreie und Chaos – am Sonnabend herrscht auf dem Flughafen Laage Ausnahmezustand, Rettungsdienste proben den Katastrophenfall. Das filmreife Set vor dem Terminal versinkt pünktlich um 10 Uhr in künstlichen Rauchschwaden, nachdem es aus noch unbekannten Gründen zu einer Explosion gekommen war. Um die Simulation möglichst realistisch wirken zu lassen, schminkten die Profis des Deutschen Roten Kreuzes mehr als zwei Stunden lang Studenten künstliche Brandwunden und schwere Verletzungen auf die Haut.

Am schnellsten vor Ort ist die Flughafenfeuerwehr des benachbarten Luftwaffengeschwaders „Steinhoff“, die schon zwei Minuten nach der Explosion eintrifft. Wenig später riegeln Polizisten das gesamte Gelände ab. Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises und örtliche Feuerwehren schicken Verstärkung. Mit Atemschutzgeräten ausgestattete Retter evakuieren das gesamte Terminal und bereiten die Verletzten auf den Transport in ein aufblasbares Sanitätszelt vor.

Die Bergung übernehmen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes, die sich auch um die Erstversorgung und psychologische Betreuung kümmern. Sobald eine erste Einschätzung der Gesamtsituation vorliegt, verteilen die Retter ihre Patienten auf die umliegenden Krankenhäuser – abhängig vom Verletzungsgrad. Verstorbene Opfer hingegen werden vor Ort von der Kriminalpolizei identifiziert, das Kreisauskunftsbüro übernimmt die Verständigung der Angehörigen. Sondereinheiten durchsuchen unterdessen den gesamten Sicherheitsbereich des Flughafens.

Insgesamt nahmen 285 Einsatz- und Rettungskräfte an der Großübung teil. Ziel war es, die Abläufe zu perfektionieren. „Ein Notfallmanagement auf dem Papier ermöglicht es noch lange nicht, angemessen auf potenzielle Gefahren reagieren zu können“, sagt Oliver Damer, Verkehrsleiter des Flughafens. Für die Übung wurde der Airport für vier Stunden geschlossen. Den Großbrand im Terminal mit erhöhtem Publikumsverkehr simulierten 70 Statisten der Polizei-Fachhochschule.

„Wir sind im Gesamtergebnis sehr zufrieden. Alle Einheiten haben nach der Auswertung ihr Ziel erreicht“, sagt Damer. Lediglich bei der Kommunikation der verschiedenen Einheiten seien kleinere Probleme aufgetreten, die jetzt abgestellt werden sollen. Eine Großübung findet alle zwei Jahre auf dem Flughafen statt. Zusätzlich gibt es vierteljährliche Planungs- und jährliche „normale“, kleinere Übungen. Trotz knapper finanzieller Ressourcen des Flughafens solle die Sicherheit an erster Stelle stehen, versichert Damer.

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