Stadtführung : Einmal um den Stadtkern bitte!

Stadtführer Hartmut Fischer deutet den Weg zum See, der prägend für die Stadt ist.
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Stadtführer Hartmut Fischer deutet den Weg zum See, der prägend für die Stadt ist.

Ein Dutzend Neugierige ließen sich gestern durch Krakow am See führen

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18. August 2015, 21:00 Uhr

Die gestrige Stadtführung durch Krakow am See war mit zwölf Teilnehmern sehr gut besucht. Umso besser, denn es war der letzte Rundgang für 2015 und wer es in diesem Jahr nicht geschafft hat, muss sich nun bis zum nächsten Sommer gedulden. Hartmut Fischer (71), der auch in Güstrow Stadtführungen übernimmt, macht bei seiner Führung etwa 700 Schritte. Dann hat er alles Wichtige gezeigt.

Heiter war die Stimmung an diesem Morgen in der Gruppe. Die erste Station der Führung war die Kirche, das älteste Gebäude der Stadt. Sie wurde als eine der ersten Gotteshäuser nach der Christianisierung im 13. Jahrhundert errichtet, erklärt Hartmut Fischer.

Zum Schmunzeln brachte er die Besucher durch eine Anekdote über die Orgel der Kirche. So hatte einst die bayrische Patengemeinde ihre Renovierung übernommen, woraufhin Krakower zum Dank zwei Kästen Bier nach Bayern schickten. Ob das nordische Bier den Bayern auch geschmeckt hat, erscheint Hartmut Fischer zumindest fraglich.

Am Altar machte der Stadtführer auf etwas Ungewöhnliches aufmerksam: Direkt neben dem Kreuz befindet sich eine Figur mit einem kurzen Rock, die nicht so ganz in das historische Bild zu passen scheint. Warum diese unübliche Darstellung dort zu sehen ist, könne nicht mit Sicherheit erklärt werden. Denkbar ist, das eine Figur fehlte und diese bei einer Restaurierung schlicht ersetzt wurde, vermutet Hartmut Fischer.

Der weitere Gang führt die Gruppe zum Krakower See, der mit einem Alter von rund 13 000 Jahren eine noch längere Geschichte zu erzählen hätte. Der Stadtführer verweist auf die vielen Inseln und Buchten und erklärt die Entstehung durch die Eiszeit. Vom Wasser aus hätte man einen noch besseren Ausblick, aber in diesem Jahr fahre leider kein Fahrgastschiff, bedauert er.

Der Stadtrundgang endete in der ehemaligen Synagoge. Hier überließ Hartmut Fischer Sitah-Viola Eisel das Wort. Die 58-Jährige ist für das Kulturamt zuständig und kennt als gebürtige Krakowerin alle Häuser und Spitzbuben der Stadt, wie sie sagt. Die Synagoge wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet und schon 1920 an die Stadt verkauft. Zwischenzeitlich war sie Sporthalle, heute wird sie kulturell genutzt, erzählt Sitah-Viola Eisel, die selbst dort Sportunterricht hatte. Heute finden im Kulturraum beispielsweise Konzerte und Ausstellungen statt.  

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