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Güstrower auf Atlantiktörn : Einmal quer über den Atlantik gesegelt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Jürgen Kitta aus Güstrow heuerte bei der „Atlantic Rally for Cruisers“ an / Drei Wochen unterwegs

Die vergangenen Wochen wird Jürgen Kitta nicht so schnell vergessen. Der 52-Jährige passionierte Segler gehörte zu einer Segelcrew, die den Atlantik überquerte. Start war am 24. November gegen 11 Uhr in Las Palmas auf Gran Canaria. 2700 Seemeilen wurden zurückgelegt, um etwa drei Wochen später in Rodney Bay auf Saint Lucia, einem Inselstaat in der Karibik, anzulegen. Er ist mit der „Atlantic Rally for Cruisers“ über den Atlantik gesegelt und hat sich damit einen langjährigen Traum erfüllt.

„Der Gedanke an solch einen Segeltörn spukte mir schon lange im Kopf herum, seit ich vor ca. sieben Jahren mit dem Dickschiffsegeln angefangen habe“, erzählt Jürgen Kitta. Schon auf vielen Gewässern ist der Güstrower unterwegs gewesen, doch diese Tour hatte es ihm angetan. Fast ein Jahr habe ihn die Idee bewegt, bevor er sich schließlich zu einem Törn anmeldete. Zur Feier seines 50. Geburtstages habe er dann eine Kasse aufgestellt: „Statt Geschenke durfte jeder, der wollte, etwas dazu tun.“ Allerdings habe er durch einen Arbeitswechsel dann doch noch nicht 2013 fahren können, sondern musste bis Ende 2014 warten, bis es endlich los ging.


Start wegen Sturms verschoben


In Las Palmas erst lernte Jürgen Kitta seine anderen Crew-Mitglieder erst kennen, die aus dem gesamten Bundesgebiet kamen. Eine Frau und sieben Männer gehörten dazu. Über drei Wochen lang waren sie gemeinsam auf dem Schiff „Hera“ auf wenigen Quadratmetern zusammen unterwegs. Zwei bis drei Crew-Mitglieder waren jeweils zur Wache eingeteilt und für die Steuerung, die Einstellung der Segel und die Wetterbeobachtung zuständig. „Das ging reihum – sechs Stunden war man auf Wache und hatte dann zwölf Stunden für den Bordalltag mit Essen kochen, abwaschen, schlafen“, erklärt er den Alltag an Bord auf hoher See.

Schon der Start war schwierig, musste wegen zu starker Winde um 24 Stunden verschoben werden. Für Jürgen Kitta, der schon als Siebenjähriger die Grundlagen des Segelns erlernte, ist der Wind natürlich nichts Ungewöhnliches. Doch eine gute Windstärke neun war der Wettfahrtleitung denn doch zu viel. Einen Tag später ging es dann mit Windstärken fünf bis sechs los. „Die ersten Tage hatten dadurch einige Crewmitglieder mit der Seekrankheit zu kämpfen“, erzählt der 52-Jährige. Auf dem letzten Streckenabschnitt dagegen habe man sich dann nach einem Lüftchen gesehnt, denn da sei es fast windstill gewesen. „Gerade mal zwei Knoten hatten wir dann einige Zeit gemacht“, berichtet der Güstrower.

Die Temperaturen jedoch hätten entschädigt. Bis zu 30 Grad konnten die Seemänner und die eine Seefrau genießen und zum Sonnenbad nutzen.


Sehnsucht nach Dusche mit Süßwasser


Nach 20 Tagen war der Zielhafen erreicht. Worauf freut man sich nach so einem langen Segeltörn besonders? „Auf eine heiße Süßwasserdusche“, lautet die Antwort des Seglers. Mit weniger als einem Liter Süßwasser für die Körperpflege habe jeder täglich auskommen müssen. Geduscht wurde mit Salzwasser. „Das war zwar zu Beginn erfrischend, doch dann hat das Salz auf der Haut geklebt“, sagt Jürgen Kitta.

Das Fazit dieser besonderen Reise fällt für den Güstrower positiv aus. „Meine Erwartungen sind voll erfüllt worden. Es war eine schöne Sache.“ Segeltechnisch sei es allerdings nicht so anspruchsvoll gewesen. Da seine Lust am Segeln ist nach wie vor groß ist, freut sich Jürgen Kitta schon auf den Frühjahrs-Törn auf der Ostsee, der jetzt in Planung ist. Und sicher wird er auch in Zukunft wieder mal in Norwegen oder auch anderswo mit einem Segelboot unterwegs sein.  






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