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Filmdreh Inselseeschule Güstrow : Einmal in der Hauptrolle

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Schüler und Lehrer der Inselseeschule drehten mit Regisseur Khaled Dyab Agha einen Film über ihren Alltag – jetzt feierte der Film Premiere.

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Einen Oscar wird er für seinen Film „Gemeinsam statt einsam“ nicht bekommen, das weiß Khaled Dyab Agha. Eine große Auszeichnung ist aber auch gar nicht das Ziel des syrischen Regisseurs. „Ich will endlich wieder Filme machen und anderen Menschen zeigen, wie das geht“, sagt der 36-Jährige. Den Schülern und Lehrern der Güstrower Inselseeschule hat der Syrer nicht nur einen Einblick in seine Arbeit gegeben – er hat sie zu Hauptdarstellern in seinem neuen Streifen gemacht. Mittwochabend feierte „Gemeinsam statt einsam“ Premiere in der Aula – und erntete viel Applaus. „Ein sehr guter Film, der optimistisch stimmt. Besonders hervorzuheben ist aber das Engagement der Schüler und Lehrer“, sagte Bürgermeister Arne Schuldt, der wie viele andere zur Aufführung in die Werner-Seelenbinder-Straße gekommen war.

Schüler hatten die Idee zum Film

Den Wunsch, den Alltag an der Inselseeschule zu verfilmen, hatten die Schüler selbst. Ein Gedanke, der bei den Lehrern auf großen Zuspruch traf. „Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass wir manche Probleme nur gemeinsam lösen können“, sagt Schulleiterin Caren Mahn. Also entschieden sich Mahn und ihre Lehrerkollegen, den Schülern zu helfen: Schulsozialarbeiterin Ines Lüders entwickelte die Idee weiter und konnte in vielen Gesprächen Unterstützer gewinnen. „Am Anfang stand da eine Idee, die nach und nach immer konkreter wurde. Gemeinsam mit verschiedenen Netzwerkpartnern haben wir es dann geschafft, Khaled für die Sache zu gewinnen“, erzählt Lüders. Und so wurde aus der Idee Wirklichkeit: Im März begannen ganz wie in Hollywood die Dreharbeiten. Auf dem Plan standen ein gemeinsamer Kochnachmittag und ein Ausflug an den Inselsee, die Regisseur Dyab Agha mit seiner Kamera dokumentarisch begleitete. „Außerdem haben wir ein paar Szenen wie ein Interview oder eine Konfrontation gedreht, in der die Schüler richtig schauspielern mussten“, erzählt der Syrer.

21 Schüler und zwei Lehrer spielen in „Gemeinsam statt einsam“ mit – nur ein Bruchteil derer, die wöchentlich an der Inselseeschule lernen und lehren. Rund 110 Schüler haben einen Migrationshintergrund, viele davon mussten aus ihrer Heimat fliehen – wie Regisseur Dyab Agha. „Die Schüler, die Deutsch noch nicht sprechen können, sind in zwei Klassen aufgeteilt: Eine für die Erst- bis Viertklässler, die andere für Fünft- bis Zehnklässler“, erklärt Schulleiterin Mahn.

Bei „Gemeinsam statt einsam“ soll es nicht bleiben, sind sich Schüler und Lehrer einig. „Wir wollen auch in Zukunft viele Projekte miteinander machen“, verspricht Sozialpädagogin Lüders. Vielleicht ja als nächstes einen Ausflug nach Los Angeles im März – um dort doch einen Oscar abzuholen.

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