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Güstrower Anzeiger

23. November 2017 | 17:59 Uhr

Suckwitz : Einheitsfront gegen Schweinemast

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeindevertretung Reimershagen geschlossen gegen geplante Anlage in Suckwitz. Genehmigungsverfahren in Gang gesetzt.

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Eindeutiger geht es nicht: Im jahrelangen Streit um den Bau einer Mastanlage für Schweine in Suckwitz (SVZ berichtete) hat sich die Gemeindevertretung Reimershagen jetzt geschlossen positioniert und einstimmig gegen das Vorhaben gestimmt. Die Gemeindevertreter versagten den Plänen von Landwirt Thomas Schulz aus Gerdshagen das so genannte gemeindliche Einvernehmen. Der will weiterhin in der Gemeinde Reimershagen westlich der Ortslage Suckwitz eine neue Schweinemastanlage mit knapp 8000 Tierplätzen errichten.

Dr Beschluss über das „gemeindliche Einvernehmen“ war jetzt notwendig geworden, weil das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) das förmliche Genehmigungsverfahren für die Schweinemastanlage in Suckwitz in Gang gesetzt hat. „Wir stehen allerdings noch ganz am Anfang“, sagte Amtsleiter Jean Weiß auf SVZ-Nachfrage. Alle Beteiligten und Träger öffentlicher Belange würden jetzt zwecks Stellungnahmen zu dem Vorhaben angeschrieben, die Öffentlichkeit werde beteiligt und die Antragsunterlagen für Einwendungen und Hinweise ausgelegt. „Erst dann treffen wir eine Entscheidung“, so Weiß.

Die Einwendungen der Gemeindevertreter aus Reimershagen sind bekannt. Auch eine Bürgerinitiative sowie der Verein „Natur, Tourismus, Landwirtschaft – Gesundes Dorf Reimershagen“ kämpfen gegen die Schweinemast auf Gemeindegebiet. Die Ablehnung der Gemeindevertreter erfolgte Donnerstagabend ohne große Diskussion. „Wir waren schon immer gegen diese Anlage an diesem Standort“, sagte Bürgermeister Jens Kupfer. „Die Schweinemast gehört da nicht hin und darf da nicht hin.“ Er sieht das Allgemeinwohl durch die Mastanlage gefährdet und den Einklang zwischen Landwirtschaft und Tourismus in der Gemeinde massiv gestört. Um ihre ablehnende Haltung im laufenden Genehmigungsverfahren zu untermauern will die Gemeinde jetzt auch einen Anwalt engagieren. „Die Bürgerinitiative will sich an den Anwaltskosten beteiligen“, informierte Kupfer.

Verständnislos steht die Gemeindevertretung auch dem Ergebnis des abgeschlossenen Raumordnungsverfahrens, das dem Genehmigungsverfahren zur Errichtung der Schweinemastanlage in Suckwitz vorgeschaltet war, gegenüber. Das Amt für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock stellt fest, „dass es keine maßgebenden fachlichen, öffentlichen oder sonstigen Belange gibt, die aus raumordnerischer Sicht der Realisierung dieses nach dem Baugesetzbuch privilegierten Vorhabens am beantragten Standort entgegen stehen“. Laut Amt wolle der Vorhabenträger eine Abluftreinigungsanlage installieren sowie keine Gülle mehr auf den Grünlandflächen nordwestlich Suckwitz entlang der Bresenitz ausbringen. Damit seien wichtige Auflagen erfüllt worden, heißt es vom Amt für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock.

 

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