Einfamilienhäuser bevorzugtes Ziel von Einbrechern

17 Einbrüche in der Region seit Jahresbeginn / Haus in Dettmannsdorf bei helllichtem Tage ausgeraubt

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15. Februar 2014, 06:00 Uhr

Güstrow-Dettmannsdorf, Kuhs, Kritzkow, Bernitt – dort schlugen in den vergangenen Tagen und Wochen Einbrecher erbarmungslos zu und raubten Einfamilienhäuser aus. Dabei gingen die Diebe frech und hemmungslos vor. Ein Beispiel aus der beschaulichen Gartenstadt Dettmannsdorf: An einem normalen Wochentag brachen Diebe in ein Einfamilienhaus ein. Zwischen 10.30 und 16.30 Uhr, als das letzte Familienmitglied aus dem Haus ging, begaben sich die Einbrecher auf den Hof und drangen durch die Kellertür ins Haus. Dort bedienten sie sich an technischen Geräten – u.a. zwei Laptops – und nahmen den kompletten Schmuck der Familie mit. Der Schaden ging in die Tausende. An dem Tag sollen in beiden Nachbarhäusern die Bewohner zu Hause gewesen sein, aber keiner habe etwas bemerkt.

Inzwischen macht sich in der Region Güstrow und Bützow Sorge breit. Aber die Menschen werden auch sensibler, seitdem die Polizei immer wieder solche Taten meldet. So auch in Raden. Zwei Familien erhielten dort an einem Sonnabend gegen 17.30 Uhr in ihrem Haus – Eltern und Kinder wohnen zusammen – Telefonanrufe über eine Handynummer. Die Eltern gingen ran, die Kinder nicht. Aber es war die gleiche Nummer. Gefragt wurde: „Wie geht es Ihrem Mann?“ Die Frau reagierte nicht und legte auf. Sie vermutet, dass getestet werden sollte, ob jemand zu Hause ist. Die Vorbereitung auf eine geplanten Einbruch? Unter der Handynummer meldete sich bei einem Rückruf keiner…

In der Polizeiinspektion Güstrow wurden in diesem Jahr 17 Einbrüche in Einfamilienhäuser registriert, informiert Kristin Hartfil auf SVZ-Nachfrage. Den örtlichen Schwerpunkt bildete der Bereich südwestlich von Rostock mit bislang sechs Taten. Vier Einbrüche wurden in Güstrow und den angrenzenden Gemeinden begangen. Weitere Schwerpunkte ließen sich gegenwärtig nicht erkennen.

Hartfil weiß, das Sicherheitsgefühl von Betroffenen ist in der Regel nachhaltig beeinträchtigt. Denn neben dem materiellen Schaden komme das Wissen, dass fremde Personen in ihren Intimbereich eingedrungen sind, auch wenn sie nur kurz abwesend waren. Die Polizei könne nicht überall sein, um Straftaten zu verhindern. Für die Bürgerinnen und Bürger gäbe es aber eine Reihe von Möglichkeiten, sich nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen. Zum einen sind da die Nachbarn, die mehr sind als die Leute von nebenan. „Halten sie Kontakt miteinander und helfen sie sich“, rät die Polizeisprecherin. In einer aufmerksamen Nachbarschaft hätten Einbrecher und Diebe kaum eine Chance.

Spezielle Auskünfte, wie man sich schützen kann, erhält jeder, egal ob für ein Privat- oder Gewerbeobjekt, in den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen vor Ort, ebenso beim Landeskriminalamt und der Polizeiinspektion Rostock, Sachbereich kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, so Hartfil.

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