Langensee : Eine Woche vollkommen anderes Leben

hechtkönig alfredo jodzeck - jens ahrend - andreas schuldt sowie frank weidemann kümmerten sich um die kinder - hier mit maximilian und constantin korn - vorn von links
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Kinder aus Finsterwalde in Langensee / Johanniter-Hilfsgemeinschaft und Familie Olbrisch im Einsatz / Seit fünf Jahren zeigen sie Kindern, wie Landleben funktioniert

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31. Juli 2014, 06:00 Uhr

Für eine Woche können zwölf Kinder aus Finsterwalde zwischen acht und 15 Jahren ihren Alltag vergessen. Sie erholen sich noch bis Sonnabend in Langensee, auf dem Gelände des ehemaligen Gutshauses und erleben Ferien auf dem Land. Geschlafen wird in der ausgebauten Scheune. Ansonsten sind sie den ganzen Tag an der frischen Luft, spielen, schauen sich die Gegend an und leben dabei Gemeinschaft.

Dank Rolf-Rüdiger Olbrisch und Ehefrau Katharina, den Besitzern des Grundstücks, sowie vielen Helfern und der Johanniter-Hilfsgemeinschaft ist das möglich.



Ausflüge an die Ostsee und nach Güstrow




„Da sind auch Dinge dabei, die mancher noch nie gemacht hat“, erzählt Rolf-Rüdiger Olbrisch (74). Viele von ihnen würden sonst lediglich mit dem Computer spielen. „Hier dürfen sie gemeinsam etwas tun und miteinander spielen“, so der Hausherr. So entsteinten die Mädchen und Jungen z.B. in dieser Woche Eierpflaumen. Die durften sie zuvor bei einer Nachbarin pflücken und wollen sie später zu Aufstrich verarbeiten.

Begleitet werden die Kinder u.a. von einer Jugendgruppenleiterin der Johanniter-Hilfsgemeinschaft, Jessica Hans (29), aus Berlin. Die 29-Jährige ist von diesem Fleckchen Erde begeistert. „Es ist ein totales Paradies. Der See ist unschlagbar, wir machen tolle Ausflüge, so ist für Kopf und Füße etwas dabei“, sagt die ausgebildete Lehrerin. Vormittags gibt es Vergnügen vor Ort und nachmittags ist die Gruppe unterwegs. Am Montag ging es zur Ostsee nach Graal-Müritz, am Mittwoch schauen sich die Kinder in Güstrow Kirche und Schloss an. „Abends am See wird gesungen und gegrillt“, erzählt Rolf-Rüdiger Olbrisch.

Seit fünf Jahren organisiert Familie Olbrisch diese Camps und stellt Scheune sowie das Gelände gern zur Verfügung. Es sind Einsatz intensive Tage, von morgens bis abends. Zwei Töchter nehmen Urlaub und helfen Mutter Katharina Olbrisch beim Kochen. Doch die Woche bringt auch Leben ins Haus. „Wir finden es schade, nur allein hier zu sitzen“, so Rolf-Rüdiger Olbrisch. Kindern zu zeigen, was das Leben außer Fernsehen und Computer ansonsten noch zu bieten hat, ist für alle eine tolle Sache. „Die Kinder sind meist sehr verwandelt nach dem Aufenthalt hier. Während sie am Anfang recht schüchtern sind, werden sie zum Ende eine fröhliche Gruppe“, so seine Erfahrungen aus den Vorjahren.



Kinder nach Aufenthalt wie verwandelt




Ausgewählt werden die Kinder von den Mitarbeitern einer Teestube in Finsterwalde, die von der Johanniter- Hilfsgemeinschaft betrieben wird. Sozial schwache Familien, deren Kinder oftmals in den Ferien gar nicht aus der Stadt heraus kommen würden, werden so mit diesem Angebot bedacht. Die Finanzierung der Verpflegung übernehmen Familie Olbrisch sowie einige Freunde. Auch Unternehmungen werden zum Teil gesponsert. So zum Beispiel die Dienstag- Überraschung: Der Hechtkönig kam mit seinem Team ohne Geld zu verlangen, um den Kindern nicht nur die Unterschiede verschiedener Fischarten zu verdeutlichen, sondern um sie mit Spiel und Spaß zu unterhalten. Angelcasting, Hechtquiz und Kutterziehen standen unter anderem auf dem Programm. „Wir machen das, weil wir gern in leuchtende Kinderaugen sehen“, sagt Alfredo Jodzeck. Und sicher werden die Kinder auch an diesen Nachmittag noch lange Zeit denken.





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