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„Villa Kunterbündnis“ Güstrow : Eine Villa für alle Güstrower

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Offene Türen in der „Villa Kunterbündnis“ am Wochenende – ein Treffpunkt für alle Güstrower mit dem Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe.

von
erstellt am 27.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Für eine große Überraschung sorgte Saro Mohammadi (Foto vorn) nun in der Güstrower „Villa Kunterbündnis“ am Pferdemarkt. Der Iraner, der seit vier Jahren in Deutschland lebt und seine Familie schmerzlich vermisste, konnte Frau und Sohn nun endlich wieder in die Arme schließen. Nach vier Jahren gelang der Familiennachzug und nun konnte er seine kleine Familie den deutschen Freunden in der Villa am Wochenende der offenen Tür vorstellen. „Das ist eine unserer ganz besonderen Erfolgsgeschichten“, sagt Karen Larisch, Leiterin des fast ausschließlich durch Spenden finanzierten Angebots in Güstrow. Stets habe man Saro Mohammadi zur Seite gestanden – insbesondere bei dem Ausfüllen von Anträgen. „Er hat sich so bemüht – hat beim Bäcker und in der Dönerbude gearbeitet, um seinen Lebensunterhalt möglichst alleine zu bestreiten. Wir freuen uns riesig“, sagt Karen Larisch.

Die Geschichte von Saro und seiner Familie stehe stellvertretend für alles, was in der Villa Kunterbündnis geleistet werde. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Credo. „Hier wird nicht von oben herab etwas aufgedrückt. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und unser Ziel ist es, dass sich die Menschen gegenseitig unterstützen und helfen“, fasst Larisch den Kerngedanken ihrer Villa zusammen.

Das Haus mit dem blauen Postbriefkasten am Pferdemarkt stehe jedem offen. Viele Gruppen haben hier einen Platz gefunden sich zu treffen. „Zehn Gruppen sind regelmäßig hier – häufig kommen sie über die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (Kiss)“, sagt Larisch. Neben den Selbsthilfegruppe, haben auch viele Kinder – Dank Randzeitenbetreuung – hier ein zweites Zuhause gefunden. „Wir holen sie ab und betreuen sie, wenn die Eltern z. B. in Weiterbildungen stecken“, ergänzt Karen Larisch, die seit der Wahl 2016 für die Fraktion Die Linke im Landtag sitzt.

„Ich bin die Woche über in Schwerin und nun nicht mehr immer da. Aber das brauche ich auch nicht, weil es hier läuft“, sagt die 47-Jährige, die trotz vieler Termine regelmäßig vorbei schaut. „Es ist schließlich mein Baby“, sagt sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Das Jahr 2016 stand für die „Villa Kunterbündnis“ ganz im Zeichen der „Weltreise“, bei der die Kinder die Tiere der Welt entdecken konnten, auch die erste Podiumsdiskussion des Aktionsbündnisses Inklusion im Güstrower Rathaus, nennt Larisch als einen Höhepunkt.

„In diesem Jahr wollen wir unser Jugendforum wiederbeleben. Wir haben interessierte Jugendliche, die Lust haben sich mit Themen wie Kinder- und Bildungsarmut zu beschäftigen“, erklärt Karen Larisch. Ein zweites großes Projekt soll der Interkulturelle Garten in der Güstrower Südstadt werden. „Wenn wir diese Projektziele bis zum Jahresende erreichen, sind wir zufrieden“, sagt Larisch, die dabei auch auf das Miteinander mit all den anderen Initiativen in Güstrow baut. Die Zusammenarbeit sei wichtig, da sich die Angebote ergänzen. „Ich habe die Überzeugung: Je mehr Angebote desto besser“, macht Karen Larisch deutlich. Konkurrenzgedanken habe sie dabei überhaupt nicht.

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