Güstrow : Eine schlafende Schönheit wecken

Etwas heruntergekommen ist das Haus Domstraße 6 in Güstrow. Das soll sich bald ändern.<foto>Regina Mai</foto>
Etwas heruntergekommen ist das Haus Domstraße 6 in Güstrow. Das soll sich bald ändern.Regina Mai

Walter Eschweiler hatte es bereits im September angekündigt, jetzt ist es heraus. Er will sich weiter in Güstrow engagieren und das Haus in der Domstraße 6 sanieren. Die Stadt hat es an die Investorengruppen verkauft.

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29. Juli 2012, 06:16 Uhr

Güstrow | Walter Eschweiler hatte es bereits im vergangenen September angekündigt, jetzt ist es heraus. Er will sich weiter in Güstrow engagieren und mit zwei weiteren Partnern das Haus in der Domstraße 6 sanieren. Die Stadt hat es an die Investorengruppen verkauft. Sechs bis acht Wohnungen könnten im Herbst 2014 bezogen werden. "Es ist schon eine gewaltige Aufgabe, nicht unkompliziert", gesteht der Investor.

Die Stadt hatte nachdem eine erste Privatisierung gescheitert war - es tat sich schlicht über Jahre hinweg nichts - quasi mit der festen Zusage für Städtebaufördermittel und einem Nutzungsvorschlag für Investoren einen roten Teppich ausgerollt. Die Eschweiler und Partner GbR erhielt den Zuschlag. "Vielleicht haben wir mit dem Grünen Winkel 1 überzeugt", sagt Walter Eschweiler und fügt hinzu, dass er viele weitere Beispiele aufzählen könnte. Seit 15 Jahren ist er in Bauherrengemeinschaft mit verschiedenen Partnern in der Güstrower Altstadt aktiv, hat u.a. das Haus an der Ecke Franz-Parr-Platz/Philipp-Brandin-Straße sowie Häuser in der Burgstraße und der Hageböcker Straße saniert. Zuletzt hatte er im vergangenen Herbst den Bauherrenpreis für die Sanierung der ehemaligen Hofapotheke im Grünen Winkel 1 bekommen.

Ebenso wie die ehemalige Hofapotheke, die über die Jahrhunderte eine ganz eigene Biografie habe, berge auch das Haus Domstraße 6 Stilelemente aus verschiedenen Epochen in sich. "In der alten Post, so nennen wir das Gebäude, steckt viel Musik drin", sagt Walter Eschweiler, für den eine enge Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde selbstverständlich ist. Er spricht lediglich von einem Tonnengewölbe, das ihn störe, weil es darunter liegende Stilelemente verdecke. "Wir möchten wie im Grünen Winkel Zeugnisse verschiedener Baustile erhalten", erklärt Walter Eschweiler.

Eine Nutzungskonzeption sehe sechs bis acht Wohnungen in der Domstraße 6 vor. Zwei Gewerbeeinheiten, keine Ladengeschäfte, würde man außerdem planen. Diskussionen gebe es noch um die Größe der Wohnungen, gesteht der Investor. Er könne sich gut auch mal größere Wohnungen vorstellen. In Berlin z.B. seien große Wohnungen von deutlich über 100 Quadratmetern gefragt. Ob man damit auch in Güstrow punkten kann, sei noch zu überlegen. Noch bis in den nächsten Sommer hinein, so rechnet Eschweiler, werde man mit der Planung zu tun haben. "Lieber einmal mehr nachdenken, als in der Bauphase noch ändern", meint der Investor. Frühestes im Herbst nächsten Jahres sieht er den Beginn der Sanierung. Ein Jahr müsse dafür mindestens veranschlagt werden. Über den Daumen gehe es um eine Investition von mehr als 2,5 Millionen Euro.

Eschweiler geht es ebenso darum alte Bausubstanz zu retten wie auch attraktiven Wohnraum in den Altstadt bereitzustellen. Warum er sich ausgerechnet in Güstrow engagiere, werde er oft gefragt und erklärt dann: "Güstrow hat eine zauberhafte Altstadt, die ich entdeckte, als ich in den 1970er-Jahren auf den Wegen Barlachs nach Güstrow kam." Und wo er nun schon begonnen habe, sei es sinnvoll sich auf ein Städtchen zu konzentrieren. Das vereinfache die Betreuung der Mietshäuser. "Auch erlebe ich die Stadt als sehr kooperativ", fügt Eschweiler hinzu.

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