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Stadtentwicklung : Eine Milliarde für Güstrows Altstadt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Neubau und Sanierung des mittelalterlichen Stadtkerns als Erfolgsgeschichte – einer mit viel Geld

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 12:00 Uhr

125  000  000 Euro – diese stattliche Zahl nannte Bürgermeister Arne Schuldt auf dem Neujahrsempfang der Barlachstadt. Leichter gelesen: 125 Millionen Euro Fördermittel sind seit 1991 in die Sanierung der Güstrower Altstadt geflossen. Der Großteil davon, 90 Millionen Euro, stammt aus den Förderprogrammen von Bund und Land. Aber auch die Barlachstadt selbst hat mit 32 Millionen Euro private Sanierungsprojekte kräftig bezuschusst.

Mit diesen Beträgen hätten 187 zumeist historische, fast zur Hälfte denkmalgeschützte Gebäude gesichert werden können. Insgesamt seien 300 private Baumaßnahmen unterstützt worden, sagte Schuldt. Zu den Sanierungsvorhaben zählten ebenso 75 sogenannte Erschließungsmaßnahmen, meistens die komplette Erneuerung von Straßen. 23 Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen im Altstadtkern wurden grundhaft saniert oder aber überhaupt erst neu geschaffen.

Zähle er die gesamten Investitionsbeträge zusammen, die in den letzten 25 Jahren in die Güstrower Altstadt und die Sicherung ihres historischen Grundrisses gesteckt worden sind, komme Bürgermeister Schuldt auf eine noch beeindruckendere Zahl: rund 875 Millionen Euro. Das Engagement von privaten Investoren in Einklang mit Bund, Land und Kommune hat das Erscheinungsbild des historischen Altstadtkerns gewandelt. Von einst 88 Prozent Wohngebäuden mit Investitionsstau ist dieser Aspekt jetzt bei 7 Prozent angelangt. Waren im politischen Wendejahr 1989 noch 420 Wohnungen unbewohnt, so verzeichnete die Güstrower Altstadt zur Jahrtausendwende mit 825 Wohnungen ihren historischen Leerstand. Inzwischen konnte der Leerstand auf 290 Wohnungen gedrückt werden.

Und die Bewohner Güstrows sowie Neu-Güstrower nehmen die Wandlung ihrer Altstadt an. Hatte die Altstadt im Jahr 1977 mit 7400 Menschen die meisten Einwohner, so sank deren Zahl über 4300 zur Wende auf den niedrigsten Wert im Jahr 2002, als nur noch 2100 Menschen in Güstrows Kern lebten. Heute sind wieder knapp 3000 Menschen hier zu Hause, nach Beendigung der Altstadtsanierung möchte der Bürgermeister gerne 3500 bis 4000 Bewohner zwischen den altehrwürdigen und neuen Mauern wohnend wissen.

Noch ist die Altstadtsanierung nicht abgeschlossen, gibt es Sanierungsstau und entsprechenden Fördermittelbedarf. Mindestens weitere 27 Millionen Euro, so schätzt Bürgermeister Schuldt, dürften noch an Fördermitteln benötigt werden. Schuldt: „Es warten noch große Projekte, wie zum Beispiel die Schlosssanierung oder der Markt.“ Noch sei weitere wertvolle Bausubstanz zu retten, Baulücken zu schließen, Leerstände zu beseitigen, noch bleibe Raum, für Wohnende und Geschäftsleute die Altstadt attraktiver zu gestalten. Zum Ende der Sanierungsmaßnahmen werden etwa 1 Milliarde Euro in der Güstrower Altstadt stecken, schätzt Arne Schuldt – gerechnet seit 1991.

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