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Dränage verstopft – Katastrophe da : Eine Gartenanlage geht baden

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

In Güstrower Gartenanlagen „Seeblick “ IV und II stehen zehn Gärten komplett unter Wasser / Kleingärtner fordern von Stadt Abhilfe

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Mehr einem See als einem Platz für Blumen und Gemüse gleichen seit längerem acht Gärten in der Anlage „Seeblick IV“ in der Güstrower Südstadt. Das Problem gibt es seit drei Jahren. „Aber so hoch wie im Moment stand das Wasser noch nie“, sagt Vereinsvorsitzender Siegfried Jahn.

Grimmig blickt der 73-Jährige auf die überschwemmte Landschaft. „Jetzt stehen auch die Häuser unter Wasser. Im letzten Jahr schwammen sogar die Goldfische aus einem kleinen Teich im ganzen Garten umher“, sagt er. Nicht mehr lange, dann ist auch sein Garten dran, fürchtet Jahn, denn der liegt genau hinter der „Wasserlandschaft“. Er habe seinen Garten seit 1978, sagt er. „Aber so was gab’s noch nie hier.“

Die Ursache dafür sieht er darin „dass im Wald neben unserer Anlage nichts mehr abläuft aus der Drainage“, vermutet er.

Begonnen habe das Dilemma im Jahr 2011, als sich in der oberen Gartenreihe immer mehr Wasser staute. Seitdem wurde es immer schlimmer und inzwischen sind diese Gärten unbenutzbar. „Die Dränage ist verstopft und das Regenwasser fließt nicht mehr ab. Die Dränausläufe müssen gereinigt und die Dränageschächte gespült werden. Außerdem muss der Graben offen abfließbar gestaltet werden. Die Verantwortung dafür liegt beim Grundstücks-Eigentümer, also der Stadt. Durch den Gartenverein II ist die Weide mitsamt den Wurzeln zu roden“, meint Horst Ahrendt, Kreisvorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfreunde Güstrow e.V.

Schon bei einem Vor-Ort-Termin mit allen Seiten im letzten Sommer waren das Problem näher unter die Lupe genommen und erste Schritte eingeleitet worden. Nur ist seitdem nichts besser geworden – im Gegenteil.

„Mitten durch die Gartenanlage verlaufen Dränagerohre“, erläutert Andrzej Grzesik von der Stadtverwaltung. Und eines dieser Rohre sei an einer Stelle verstopft. Dies habe man herausgefunden, als man im letzten Jahr eine Funktionsprobe gemacht und versucht habe, mit einem Ortungsgerät durch die Leitung zu kommen. Dabei sei festgestellt worden, dass an einer Stelle die Wurzeln einer Weide in das Dränagerohr gewachsen ist und dieses verstopft. Die Weide müsse deshalb weg, so Grzesik.

„Das allein kann es nicht sein“, ist sich Vereinsvorsitzender Siegfried Ahrendt sicher. Doch man wolle nichts unversucht lassen, sagt er. Da die Weide in einem Garten der Anlage „Seeblick II“ steht, müssen die dortigen Kleingärtner handeln. „Die Weide kommt weg, sobald wir in der Gartenanlage den Strom wieder angeschaltet haben. Und das ist am 1. März“, verspricht der dortige Vereinsvorsitzende Horst Meißner. Ob dies etwas bringt, bleibt abzuwarten.

Inzwischen stehen auch in „Seeblick II“ die ersten beiden Gärten unter Wasser.

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