Kunsthaus Bützow : „Eine der schönsten Ausstellungen“

Jeder Künstler bekam einen kleinen Blumengruß von Karin Zießnitz, wie hier der Basdorfer Künstler Dietrich Becker.
Jeder Künstler bekam einen kleinen Blumengruß von Karin Zießnitz, wie hier der Basdorfer Künstler Dietrich Becker.

23 Künstler der Region zeigen Werke von „Unterwegs“ / Skizzen und Fotografien, die auf Reisen entstanden und in Bützow zusammengeführt werden

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24. August 2015, 06:00 Uhr

Sichtlich erleichtert zeigte sich Michael Mohns, Initiator der neuen Ausstellung im Bützower Kunsthaus, nach der kurzen Einführung in die Idee dieser etwas anderen Schau am Sonnabendnachmittag. „Ein Jahr hat es an Vorbereitung bedurft“, verrät Mohns, der selbst Bildhauer ist. Die Schwierigkeit habe darin bestanden allen 23 ausgestellten Künstlern gerecht zu werden. „Jeder einzelne soll sich hier wiederfinden und das Gefühl haben, dass seine Werke gut platziert sind“, so Mohns weiter. „Das sei ihm gelungen“, gibt Wolfgang Pfannenschmidt auf der Vernissage zu verstehen. „Es ist tatsächlich eine der schönsten und facettenreichsten Ausstellungen, die wir hier je hatten“, sagt der Bützower.


Unterschiedlich „unterwegs“


Neben der Vielzahl an ausgestellten Künstlern ist auch das Thema ein gänzlich neues. In der aktuellen Schau, die noch bis zum 10. Oktober im Kunsthaus zu sehen sein wird, werden Werke von „Unterwegs“ gezeigt. „Interessant dabei ist vor allem zu sehen, wie die Kollegen dabei rangehen. Während die einen Skizzen auf ihren Reisen machen, fotografieren andere die Motive“, sagt Mohns. So erzählt der Schweriner Künstler Ulf Rickmann, dass er stets alles mit dem Fotoapparat festhält und seine abstrakten Landschaften dann zu Hause entstehen. Dabei dominiert bei seinen in Bützow ausgestellten Werken, die schneebedeckte Wälder zeigen, der Farbton Türkis.

Anders bei der Rostocker Künstlerin Grit Sauerborn. „Gerade auf Reisen gehe ich gern mehr ins Skizzenhafte und Unvollkommene“, erklärt sie. Sie experimentiere dann gerne. „Und ich entdecke zunehmend, dass ich mich mit wenigen formalen Mitteln gut ausdrücken kann“, sagt Sauerborn. Ihre hellen Werke, die nun im Kunsthaus zu sehen sind, entstanden in Litauen. „Ich habe dort Straßen und Plätze – Orte mit wenigen Details – gemalt. Das fand ich interessant“, erzählt Sauerborn. Sie habe versucht die Stille, Leere und Ruhe der menschenleeren Plätze einzufangen.

Die nun ausgestellten Arbeiten nennt sie „Zwischenbilder“. Weil die Mehrzahl weder unfertige Skizzen seien, aber auch keine vollständig fertiggestellten Werke, meint sie. Einige seien in ihren Augen zwar fertige Kunstwerke, andere sieht sie eher als Vorarbeit zu anderen, großen Arbeiten.

Auch Renate Schürmeyer stellt einige ihrer Werke in Bützow aus. Auf Reisen greift sie gern zum Fotoapparat. Ein Stipendium ermöglichte ihr einen längeren Aufenthalt in Amerika. Neben ihrer Kamera hatte sie auch immer eine Portion Glück in der Hosentasche dabei. Sie nahm die Buchstaben des Wortes „Glück“ überall mit hin und lichtete sie ab. „Ich war in allen großen Museen von New York“, berichtet sie von ihrer Reise. So habe sie im Metropolitan Museum of Art ein Bild gemacht – auch wenn das eigentlich nicht erlaubt ist. Diese und viele weitere Arbeiten werden noch bis 10. Oktober im Kunsthaus zu sehen sein.

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