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Seit 20 Jahren : Eine Aktion von Herz zu Herz

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

20 Kinder aus der weißrussischen Stadt Shodino erholen sich in den nächsten zweieinhalb Wochen in Lüssow und Lohmen

Im Haus der Begegnung in Lüssow war am Dienstagabend viel los. Der Grund war eine Grillparty, die für ganz besondere Gäste gegeben wurde: zehn Kinder aus der weißrussischen Stadt Shodino. Sie gehören zu einer Gruppe von 20 Schülern, die Dienstag anreisten. Die anderen zehn Kinder sind in Lohmen untergebracht.

Hintergrund der Aktion ist eine Initiative des Kirchenkreises der Evangelischen Kirche. Seit 20 Jahren organisieren seine Mitglieder Freizeitaufenthalte für Kinder aus Shodino. Der Grund: Die Stadt war von der Tschernobyl-Katastrophe betroffen, mit den Nachwirkungen müssen die Menschen dort heute noch leben. „Die russische Regierung hatte damals beschlossen, die Atomwolke mit Hilfe von Wetterraketen über Shodino abzuregnen, damit sie nicht bis nach St. Petersburg weiterzieht“, erklärt der Güstrower Thomas Dobslaw, der sich mit seiner Frau von Anfang an für das gemeinnützige Projekt engagiert. „Die Kinder haben heute noch gesundheitliche Probleme. Deswegen laden wir sie ein, damit sie sich erholen und etwas erleben können. Das geht von Herz zu Herz “, so Thomas Dobslaw. Neben psychischen und körperlichen Leiden gibt es oft auch im familiären Umfeld der Kinder Probleme. „Viele von ihnen haben nur noch ein Elternteil und sind sozial benachteiligt“, berichtet Mitorganisator Thomas Körting.

Finanziert wird die Aktion über Spenden. „Wir werden in diesem Jahr von Stiftungen wie der Lebendigen Kirchenregion oder Children for a better World unterstützt“, so Körting. Der Verkehrsverbund Warnow hat zudem Fahrkarten für seine öffentlichen Verkehrsmittel gegeben. Durch diese Hilfe können die Organisatoren den Kindern viel Abwechslung bieten. So unternimmt die Gruppe unter anderem einen Stadtrundgang durch Güstrow und einen Besuch in den Rostocker Zoo.

Unter der Woche sind beide Gruppen in Freizeithäusern untergebracht. Die Wochenenden verbringen die Kinder mit Familien in der Region. Die Güstrowerin Jacqueline Garske nimmt bereits an diesem Wochenende einen kleinen Gast zu sich. „Das ist eine tolle Möglichkeit, um mal wieder etwas Neues auszuprobieren und auch Gutes zu tun“, sagt die 35-Jährige. Außerdem sei das auch eine schöne Erfahrung für ihre neunjährige Tochter. Dass es schwierig wird, ein fremdes Kind in ihren normalen Tagesablauf zu integrieren, glaubt Jacqueline Garske nicht. „Am Wochenende gibt es ja keinen zeitlichen Druck. Man kann in Ruhe frühstücken und sich auch den Rest des Tages viel Zeit für alles nehmen“, sagt sie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 13.Jun.2014 | 06:00 Uhr

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