Verkehrsbelastung Güstrow : Einbahnstraße als neuer Königsweg?

Schlangenfahrt durch die Weinbergstraße: So eng soll es hier künftig nicht mehr zugehen.
Schlangenfahrt durch die Weinbergstraße: So eng soll es hier künftig nicht mehr zugehen.

Weinbergstraße: Güstrower Stadtverwaltung will eine Fahrtrichtung sperren

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02. September 2015, 06:00 Uhr

Mehr als zwei Jahre bereits experimentiert die Kreisstadt mit dem Verkehrsfluss in der Weinbergstraße. Ziel ist die „Beruhigung“ des Straßenverkehrs – also eine Verringerung. Eine Anwohnerinitiative hatte sich gebildet, die sich gegen einen zunehmenden Missbrauch dieser typischen Quartiersstraße wendet. Vor allem Auswärtige, aber auch Einheimische sehen speziell in Stoß- und Stauzeiten die Weinbergstraße mit der sich anschließenden Bürgermeister-Dahse-Straße nach An der Fähre als Ausweichstrecke. Bei der Süd-Ost-Durchfahrt durch Güstrow staut sich in der Goldberger Straße oft der Verkehr, so erscheint die parallele Nebenstraße manchem Autofahrer als schnellerer Weg.

Mit einem einfachen Kniff, nämlich der Aufhebung von Hauptstraßen, erhoffte sich die Stadtverwaltung eine Lösung des Problems: Doch so richtig scheint auch die „Rechts-vor-links-Regelung“ vor einer Durchfahrt nicht abzuschrecken, wie die Praxis zeigt. Nach einer Korrektur – an der Ecke Dahsestraße/Fähre ist die Hauptstraße wieder abbiegend – wollte das Rathaus noch etwas Zeit drauf geben, bis sich nach Freigabe der sanierten Rostocker Straße vor knapp einem Jahr die Verkehrsströme durch Güstrow wieder normalisiert hätten. Stadtsprecherin Karin Bartock: „Wir haben im Frühjahr, um den Versuch nun abzuschließen, erneut eine Verkehrszählung durchgeführt. Da ist eine Reduzierung festzustellen, aber aus Sicht der Verwaltung nutzen immer noch zu viele Kraftfahrer die Weinbergstraße als Schleichweg.“

Deshalb hat sich die Verwaltung jetzt einen neuen Dreh ausgedacht: Einbahnstraße. Ein kleines Stück der Weinbergstraße soll künftig nur noch in eine Richtung führen. Die Idee: Von der Pustekowstraße soll es zur Straße Am Wasserturm nur noch in Richtung in Südstadt gehen. Die dahinter steckende Logik: Kraftfahrer, die aus Gutow/Südstadt kommend in Richtung Krakow am See oder Teterow wollen, würden dann automatisch in die Goldberger Straße zurückgeleitet werden oder müssten einen ziemlich unsinnigen Bogen durch die Straße der DSF (einschließlich mehrerer Schikanen) schlagen. Die Hoffnung: Wer diese oder auch die andere Variante wählt, wird es nur einmal tun.

„Wenn solch eine Einbahnstraße eingeführt werden soll, müssen wir darauf achten, dass alle Einrichtungen im Wohngebiet wie Schule oder Gaststätte erreichbar bleiben. Aus Sicht der Verwaltung erscheint diese Variante als am sinnvollsten“, erklärt Bartock. So ganz allein entscheiden will das der Bürgermeister nicht. Vielmehr hofft Arne Schuldt, die Anwohner der betreffenden Straßenzüge mit ins Auto holen zu können. Bartock: „Wir wollen die Anwohner befragen, was sie dazu sagen.“ Den September habe sie dafür avisiert. Aber: „Wenn alle dagegen sind, werden wir es wohl nicht machen.“

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