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Güstrower Anzeiger

25. November 2017 | 03:16 Uhr

Matgendorf : Ein Zuhause für psychisch Kranke

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Seit 20 Jahren Schloss Matgendorf Domizil für psychisch kranke Menschen unter Diakonie Güstrow / Mitarbeiterfest am 21. Juni

svz.de von
erstellt am 31.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Bei der Diakonie Güstrow rückt ein Jubiläum in den Mittelpunkt. Seit 20 Jahren ist das Schloss Matgendorf in Trägerschaft der Diakonie. Darum wird der Mitarbeitertag der Diakonie in diesem Jahr, am 21. Juni, dort feierlich begangen. Auf dem Gelände der Psychosozialen Einrichtungen ist ab 13 Uhr für Spaß und Unterhaltung gesorgt. „Dann sind alle Mitarbeitende der Diakonie Güstrow mit ihren Partnern, Kindern und Enkelkindern auf dem Gelände um das Schloss Matgendorf willkommen“, so Bereichsleiter Andreas Zobel. Insgesamt beschäftigt die Diakonie Güstrow rund 800 Mitarbeiter.

Im Schloss Matgendorf werden heute Menschen mit psychischer Erkrankung von 41 Mitarbeitern in drei Bereichen unterstützt und begleitet. Neben der Einrichtung mit vorübergehend geschlossener Unterbringung gehören eine psychosoziale Wohngruppe mit vier Plätzen, ein Pflegebereich für Menschen mit psychischer und oder gerontopsychiatrischer Erkrankung, eine Ergotherapie sowie eine Küche dazu. Am 1. Juli 1994 übernahm der Diakonieverein Güstrow die Trägerschaft und bereits drei Tage später bezogen die ersten Bewohner das sanierte Domizil, ins damals eröffnete psychiatrische Pflegeheim. Der geschlossene Wohnbereich ist seit April 1996 in Betrieb. „19 Menschen mit zeitweiligem Unterbringungsbeschluss leben hier“, berichtet Andreas Zobel. Im Pflegebereich werden 24 Menschen versorgt und weitere vier Plätze sind in der psychosozialen Wohngruppe besetzt. Seit 2004 existiert diese Wohngruppe, in der die vier Bewohner intensiv auf ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben vorbereitet werden. Für deren Zukunft wurde vorgesorgt. „Wir planen, künftig Wohnungen in einem Wohnblock im Ort als psychosoziales Wohnangebot anzumieten, mit dem Ziel der ambulanten Betreuung“, sagt er. Diese Überlegungen resultieren auch aus der Tatsache, dass viele Bewohner schon eine sehr lange Zeit im Haus wohnen. „Gerade für eine geschlossene Unterbringung erscheint die Aufenthaltsdauer viel zu lang“, so Andreas Zobel. Darum sei der Aufbau einer therapeutischen ausgerichteten Rehabilitationskette von stationär, teilstationär bis ambulant in einer gemeindenahen Perspektive sinnvoll. Auch hätten sich die Krankheitsbilder und Diagnosen mit den Jahren geändert. Immer mehr und mehr jüngere Menschen würden mit einer psychotischen Erkrankung und Doppeldiagnosen betreut.

Einiges wurde in den Jahren getan, um ein Miteinander zwischen Bewohnern des Dorfes und des Schlosses zu bewirken. Als ein Bereich der psychosozialen Ergotherapie wurde 2011 in einem dafür errichteten Gebäude des Schloss-Areals ein Dorfladen eröffnet, der von Montag bis Sonnabend geöffnet ist und Lebensmittel des täglichen Bedarfs anbietet. Für einige Bewohner der psychosozialen Einrichtungen sei dies ein niederschwelliges Arbeitsangebot, um sie wieder ins Leben eingliedern zu können.

Es bleibt aber auch noch genug Arbeit. „Wir müssen das Schloss schrittweise sanieren. Das dürfte bis zu einer Million Euro kosten“, ist sich Andreas Zobel ziemlich sicher. Wie und wann genau das passieren kann und wird, ist aber noch nicht geklärt.





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