Stutenparaden Ganschow : Ein Traum von einem Pferd

Die Erde bebt, wenn die ungefähr 100 Pferde sich in ihrer ganzen Natürlichkeit zum Abschluss jeder Stutenparade auf dem Platz zeigen.
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Die Erde bebt, wenn die ungefähr 100 Pferde sich in ihrer ganzen Natürlichkeit zum Abschluss jeder Stutenparade auf dem Platz zeigen.

Am Sonntag findet in Ganschow um 13 Uhr die erste Stutenparade 2014 statt. Das Gestüt ist für seine Trakehner-Zucht bekannt.

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03. Juli 2014, 06:00 Uhr

Für Pferdeliebhaber ist der kommende Sonntag ein Pflichttermin. Denn das Gestüt Ganschow lockt bereits zum 19. Mal mit seinen Stutenparaden – präsentiert von der SVZ. Dabei können sich die Besucher von mehr als 15 verschiedenen Schaubildern begeistern lassen. Der absolute Höhepunkt wird auch in diesem Jahr die freilaufende Trakehner-Herde sein. Für die Zucht dieser Rasse ist das Ganschower Gestüt bis weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus bekannt. „Wir haben 20 Zuchtstuten und drei Trakehner-Hengste“, sagt Friedhelm Mencke.

Das besondere an den Trakehnern ist ihre Heimatlosigkeit. Ursprünglich wurde die Rasse auf dem Gestüt Trakehnen in Ostpreußen gezüchtet. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brach das Gestüt zusammen und die Pferde wurden mit Flüchtlingstrupps und durch Evakuierung in ganz Deutschland verteilt. So werden sie seitdem auch in der ganzen Bundesrepublik gezüchtet. „Es gibt einen Trakehnerverband, der sich aus Zuchtbezirken zusammensetzt“, erklärt Friedhelm Mencke. Er selbst ist der Vorsitzende des Zuchtbezirkes der neuen Bundesländer.

Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß Friedhelm Mencke um die besonderen Vorzüge der Trakehner. „Sie sind besonders schön und sehr gut zu reiten.“ Zu ihren Stärken würden außerdem die Dressur und die Vielseitigkeit gehören. Hinzu kommt, dass die Trakehner für die Zucht von großer Bedeutung für andere Pferderassen sind. „Die Hengste können zur Veredlung für andere Rassen zugelassen werden“, so Mencke. Die Trakehner selbst werden dagegen in Reinzucht gehalten. So werden Trakehner-Stuten fast ausschließlich mit Trakehner-Hengsten gepaart. „Nur Araber und englische Vollblüter sind als Veredler zugelassen“, erklärt Friedhelm Mencke. Das mache sie als Nische interessant.

Mit der Zucht dieser besonderen Pferderasse hat sich das Ganschower Gestüt auch international einen Namen gemacht. „Wir verkaufen nicht nur in Deutschland, sondern auch in unseren Nachbarländern, den USA und China“, sagt Friedhelm Mencke. Dorthin wurde im vergangenen Jahr auch „Dramatiker“ verkauft. Der Trakehner-Hengst zählte zu den erfolgreichsten Pferden des Gestüts. „Er hat eine tolle Nachzucht hinterlassen“, sagt Mencke.

Davon können sich auch die Besucher der diesjährigen Stutenparaden überzeugen. Denn in einem der Schaubilder wird der fünfjährige „Do It“ – ein Sohn des verkauften Hengstes – eine tragende Rolle spielen. Dass er kein reinrassiger Trakehner ist, tut seiner Schönheit laut Friedhelm Mencke keinen Abbruch. „Das ist wirklich ein Traum von einem Pferd“, sagt der Gestütsleiter.

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