Alte Domschule : „Ein Traum ist wahr geworden“

Die Stadt Güstrow sanierte das zweiteilige Schulhaus. Bürgermeister Arne Schuldt übergab gestern den Schlüssel an Sebastian Constien, Landrat des Landkreises Güstrow als Schulträger, der mit der Stadt einen Mietvertrag über 20 Jahre hat.
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Die Stadt Güstrow sanierte das zweiteilige Schulhaus. Bürgermeister Arne Schuldt übergab gestern den Schlüssel an Sebastian Constien, Landrat des Landkreises Güstrow als Schulträger, der mit der Stadt einen Mietvertrag über 20 Jahre hat.

Gestern feierliche Übergabe der Alten Domschule von der Stadt als Eigentümer an den Landkreis als Mieter

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17. November 2014, 20:00 Uhr

Von einer langen Geschichte, von Visionen und Träumen, viel Mut und Zuversicht, das Richtige zu tun, war gestern bei der offiziellen Übergabe der Alten Domschule am Domplatz in Güstrower die Rede. Nach einer aufwendigen Sanierung des Schulhauses aus dem Jahr 1579 und eines Anbaus von 1868 wanderte der Schlüssel gestern von Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt an Landrat Sebastian Constien. Der ihn wiederum an Schulleiter Helmut Hickisch weiterreichte. Derweil fand im jetzigen Haus III des John-Brinckman-Gymnasiums bereits Unterricht statt.

„Ein Traum ist wahr geworden“, formulierte Schulleiter Hickisch. Schon immer habe er die Alte Domschule bewundert. Es sei ein Haus mit einmaliger Atmosphäre, jeder Raum etwas Einzigartiges. „Als wir vor elf Jahren 450 Jahre Domschule in Güstrow feierte, habe ich nicht geglaubt, dass wir hier jemals einziehen“, erinnerte sich Hickisch. Seit es in Güstrow nur noch ein Gymnasium – nämlich das Brinkmangymnasium – gibt, habe man mit einer großen Enge zurechtkommen müssen. „Kunstunterricht im Chemieraum“, nannte er ein Beispiel. Steigende Schülerzahlen machten einer Erweiterung notwendig. Derzeit besuchen 714 Mädchen und Jungen das Gymnasium. Im nächsten Schuljahr rechnet Hickisch mit 750 bis 780 Schülern.


4,4-Millionen-Projekt und 103 Bauberatungen


„Manchmal muss man Träume haben“, sagte gestern Güstrows Bürgermeister und gestand, schon vor zehn Jahren den Gedanken gehabt zu haben ein staatliches Gymnasium mit den Schulbauten am Domplatz zusammenzuführen. „Wohl oder übel“ habe der Landkreis irgendwann bei der Stadt anklopfen müssen. Man habe sich „noch ein bisschen geziert“, nach der Zusammenlegung von Brinckmangymnasium und Barlachgymnasium 2009 dann aber 2010 einen Mietvertrag mit dem Landkreis unterzeichnet und die Sanierung der Alten Domschule mit Anbau in Angriff genommen. Einfach sei das nicht gewesen. Schuldt verweist auf 103 Bauberatungen, auf zu verschmerzende Mehrkosten und auf ein Gesamtprojekt von 4,4 Millionen Euro. Neben Städtebaufördermitteln von Bund und Land und einem weiteren Zuschuss vom Land, habe sich die Barlachstadt verschulden müssen. Schuldt ging gestern so weit vom „Gesellenstück“ zu sprechen. Die Stadt sei zu mehr bereit, wenn es darum gehe, die Verwaltung des Landkreises in Güstrow zu konzentrieren.


Zehn Unterrichtsräume im Haus III


Altes und Neues zusammenfügen, das gelang bei der Domschule meisterhaft, betonte Landrat Constien. Zehn Unterrichtsräume stehen nun dem Brinckmangymnasium im Haus III zur Verfügung, im Haus aus der Renaissance mit Stilelementen aus Barock, Klassizismus und Historismus u.a. ein großer Zeichensaal, Computerkabinett und Lehrerzimmer. „Was für ein schönes Haus“ rief schließlich Architekt Andreas Nülle aus und verwies darauf, dass die Alte Domschule wohl nicht nur der älteste durchgehend genutzte Schulbau in Mecklenburg, sondern in ganz Norddeutschland sei. Dies, so Nülle, dürfen jetzige und künftige Schüler gern würdigen.


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