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Güstrower Anzeiger

22. November 2017 | 17:58 Uhr

Güstrow : Ein Tag für die Erinnerungen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

1038 ehemalige Abiturienten beim Altschülertreffen dabei und 111 Jahre Schulgebäude am Wall gefeiert.

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2017 | 21:00 Uhr

„Du hast Dich gar nicht verändert…“ oder „Ich hab‘ Dich gar nicht erkannt…“ oder „Bist Du nicht…?“ oder „Weißt Du noch, damals…“. So oder ähnlich begannen viele der endlosen Gespräche zum Altschülertreffen im John-Brinckman-Gymnasium am Sonnabend. Gleichzeitig wurde das 111-jährige Bestehen des Schulgebäudes am Wall gefeiert.

Exakt 1038 Besucher hatten sich für diese Mega-Veranstaltung angemeldet und lang war die Schlange derer, die sich spontan zur Teilnahme entschieden hatten und nun hoffen mussten, dass einer der in den Listen erfassten Besucher kurzfristig absagen musste. Im vom THW zur Verfügung gestellten Zelt war die Anmeldung auf dem Domplatz nach einem System, wie es auf Flughäfen zu finden ist, organisiert. „Ein Besucher war von der ‚logistischen Meisterleistung‘, wie er sagte, so begeistert, dass er mit einem Arm roter Rosen zurückkam und sie unter den Schülern im Zelt verteilte“, erzählte Lehrerin Ute Girbig.

In der altehrwürdigen Aula stellte Schulleiter Jan Rädke eine „große Verbundenheit der Menschen, die einmal diese Schule besucht haben“, fest. Er wünschte, dass sich dieser Geist auch auf gegenwärtige und künftige Schülergenerationen überträgt. Nach der Festrede und dem Pflanzen einer Linde als offiziellen Teil als Schulleiter konnte Rädke an den Tisch seiner ehemaligen Mitschüler zurückkehren. Hatte er doch selbst das Abitur 1990 an der Schule abgelegt.

Ganz unterschiedlich fielen die Erinnerungen der Altschüler aus. Ulrich Schirow, Abitur 1955, musste bei der prall gefüllten Aula an den Herbst 1953 denken. „Damals wurden einige Mitschüler wegen ihrer aktiven Mitarbeit in der Jungen Gemeinde gemaßregelt und nur wenige hatten den Mut, sich auf die Seite der Bestraften zu stellen“, erzählte er. Fast zur gleichen Zeit hatte Klaus-Jürgen Schlettwein die Schule besucht. Er brachte einen vom damaligen Klassenlehrer Hans-Jürgen Klug gedrehten und inzwischen digitalisierten Schmalfilm mit, der in einer extra eingerichteten Ausstellung gezeigt wurde. Dort fanden auch Ursula Sziegoleit, Erika Dittmann und Grete Trentzsch den idealen Ort, um sich an ihre Zeit von 1956 bis 1960 an der Schule zu erinnern. Da sie alle drei „vom Land“ – Boldebuck, Krakow am See und Raden – kamen, lebten sie im Internat zusammen. Und wegen mangelnder Russischkenntnisse bekamen sie Spezialunterricht verpasst. „Und der begann in der nullten Stunde“, erzählte Erika Dittmann.

„Die über einjährige intensive Vorbereitung auf dieses Altschülertreffen hat sich gelohnt. Es war ein fantastisches Altschülertreffen“, resümierte Schulleiter Jan Rädke.




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