Ausstellung : Ein Stück Eisenbahngeschichte im Krummen Haus in Bützow

Hobbyhistoriker und Eisenbahnfreund Peter Falow mit einem Fahrplan von 1875 – ein Fundstück aus der Reichsbahndirektion in Schwerin.
Hobbyhistoriker und Eisenbahnfreund Peter Falow mit einem Fahrplan von 1875 – ein Fundstück aus der Reichsbahndirektion in Schwerin.

Vor vor 150 Jahren wurde die Eisenbahnstrecke Güstrow–Neubrandenburg in Betrieb genommen.

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12. November 2014, 06:00 Uhr

Hobbyhistoriker und Eisenbahnfreund Peter Falow gräbt sich derzeit im Krummen Haus in Bützow durch zahlreiche Schautafeln und allerhand historische Exponate aus der Blütezeit der Eisenbahnen. In der Galerie gestaltet der 80-jährige Schweriner in zwei Ausstellungsräumen eine Schau zur Geschichte der einzigartigen Nebelbrücke bei Wolken und der Eisenbahn in der Region. Die Exposition wird heute um 19 Uhr eröffnet und ist dann bis Januar zu sehen.

Verarbeitet habe er dabei auch zwei Jubiläen. Zum einen die Inbetriebnahme der Strecke Güstrow–Neubrandenburg vor 150 Jahren in diesem Jahr und zum anderen das 165. Strecken-Jubiläum der Verbindung zwischen Bad Kleinen, Bützow, Güstrow und Rostock im kommenden Jahr.

Als ehemaliger Lokführer habe sich Peter Falow schon von Berufswegen für die Eisenbahn interessiert. „Zum Schluss war ich besonders für die Traditionspflege, Sonderfahrten und Bahnhofsfeste verantwortlich“, erzählt der Schweriner. Die Nebelbrücke erweckte vor 20 Jahren die Aufmerksamkeit des heute 80-Jährigen und so begann er Nachforschungen anzustellen, mit Experten zu sprechen und Archive zu durchforsten. „Für mich ist diese Brücke etwas besonderes. Gerade in technischer Hinsicht hat sie einen enormen Wert und ich möchte den Menschen zeigen, wie viele solcher Schätze unbeachtet in unserer Region schlummern“, so Falow.

So kam ihm auch die Idee einer Ausstellung im Krummen Haus. In Museumsleiterin Sabine Prescher fand er sogleich eine Fürsprecherin. „Wir zeigen im Jahr vier Ausstellungen zu den verschiedensten Themen. Zuletzt viele zur Bildenden Kunst, da kam uns eine historische Schau gerade recht“, erklärt Sabine Prescher. Besonders zum Jahresende ziehe es die Besucher wieder mehr ins Museum, da werde dieses lokalhistorische Thema gut ankommen, ist sich die Museumsleiterin sicher.

Neben vielen zeitgenössischen Schwarz-Weiß-Fotografien, Archivalien und sogar einem Fahrplan von 1875, den Falow unter den Tapeten der Reichsbahndirektion in Schwerin entdeckte, werden auch dreidimensionale Exponate zu sehen sein. Stolz ist Falow auf das Stück einer so genannten Doppelkopfschiene, die nur selten verbaut wurden und die der Hobbyhistoriker selbst ausgegraben hat. Auch wird es für die kleinsten Museumsbesucher verschiedene Tasten-, Kurbel- und Scheibentelefone zum Ausprobieren geben.

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