Striesenow : Ein Refugium für Mensch und Tier

Es muss nicht Kirschlorbeer sein, eine abwechslungsreiche Hecke mit Rosen und vielen fruchtenden Sträuchern haben Monika und Jürgen Schmidt um ihr Grundstück gepflanzt.
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Es muss nicht Kirschlorbeer sein, eine abwechslungsreiche Hecke mit Rosen und vielen fruchtenden Sträuchern haben Monika und Jürgen Schmidt um ihr Grundstück gepflanzt.

Aktion „Natur im Garten MV“ setzt auf ökologisches und naturnahes Gärtnern und nahm das Ehepaar Schmidt aus Striesenow in ihre Reihen auf.

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14. Juni 2018, 12:00 Uhr

Die Bäume rauschen. In voller Blüte stehende Strauchrosen wiegen sich im Wind und fügen den Sinneseindrücken eine angenehme Duftnote hinzu. Hier sind Menschen, Tiere und Natur im Einklang, möchte man meinen. Und ein neues Schildchen am Eingang bestätigt das. „Natur im Garten – gesund halten, was uns gesund hält“ steht darauf geschrieben. Monika und Jürgen Schmidt (beide 53) haben die Plakette gerade erst am Wochenende über das Projekt „Natur im Garten MV“ verliehen bekommen. 37 Gärten wurden diesmal ausgezeichnet, sieben davon aus dem Landkreis Rostock.

Als Schmidts vor rund 20 Jahren nach Striesenow kamen, umgaben Ackerflächen das Haus. Lediglich ein Apfelbaum, ein Boskop, stand am Haus. „Alles andere haben wir gepflanzt“, sagt Jürgen Schmidt. „Es ist ein Refugium geworden“, fügt seine Frau hinzu. Sie denke, dass jeder einzelne etwas tun kann, damit Lebensraum für Bienen und Insekten, über deren Verschwinden laut geklagt wird, für Vögel und allerlei Kleingetier erhalten bleibt. Eine bunte Hecke mit Wildrosen, Ebereschen, Weißdorn usw. liefert Nahrung auch im Herbst und Winter. „Wir haben 17 Nistkästen und einen Fledermauskasten“, berichtet Monika Schmidt. Ganz stolz sei sie gewesen, als in vergangenen Jahr erstmals Schwalben nisteten. Dieses Jahr hätten die Spatzen den kühnen Seglern keine Chance gelassen. „Wir haben unsere Rosen anfangs gespritzt, aber das wollen wir nicht mehr“, sagt die Hobbygärtnerin, die mehr als 30 verschiedene Sorten der Königin der Blumen auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück versammelt hat. Es gibt eine Obstwiese, Kartoffeln und Gemüse, Beerensträucher, keine großen gepflasterten Flächen, Trockenmauer und Benjeshecke. „Wilde Ecken könnten wir noch mehr haben“, denkt Monika Schmidt, die nach der Büroarbeit in Rostock im Garten Entspannung findet. Damit hatten die Schmidts die Mehrzahl der Kriterien von „Natur im Garten MV“ bereits erfüllt, als sie von dem Projekt erfuhren. Sie bewarben sich und wurden nun in den Reigen der Naturgärtner in MV aufgenommen.

Seit 2010 wurden bereits 385 Gartenplaketten vergeben. Wichtigste Kriterien dafür sind der Verzicht auf leicht lösliche Mineraldünger, auf chemisch-synthetische Pestizide und auf Torf – für Monika und Jürgen Schmidt inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Gezirkelte Beete und ein englischer Rasen seien nicht ihr Anspruch. Viel Liebe und Zeit stecken sie in ihren Garten und wenn sie irgendwann mal Rentner sind, kann das alles noch viel mehr werden. Über reichlich Platz verfügen sie.

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