Güstrow : Ein perfektes Winter-Halali

Wenn genug Schnee gefallen ist, schnallt Jürgen Liebscher sofort seine Skier an.
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Wenn genug Schnee gefallen ist, schnallt Jürgen Liebscher sofort seine Skier an.

Schlittschuh-Tour auf Güstrow-Bützow-Kanal von Lüssower Schleuse bis Wolken und zurück. Jürgen Liebscher lief jeden Tag Ski.

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05. März 2018, 05:00 Uhr

Der Eis-Winter verabschiedete sich am Wochenende mit einem perfekten Halali. Viele Güstrower Wintersportfreunde kamen auf ihre Kosten. Den Vogel schossen Caroline Sobeck, Dandy Werner, Bert-Henry Sobeck, Steffen Steinbrink, Thomas Golatowski, Birgit Michel und Wolfgang Wegner ab. Die Freunde machten sich Sonnabendvormittag mit ihren Schlittschuhen auf dem Güstrow-Bützow-Kanal von der Lüssower Schleuse auf den Weg nach Bützow. Bis Wolken und zurück zur Schleuse erlebten sie eine besondere 20-Kilometer-Tour. „Ich habe das schon mehrere Mal hinter mir. Es ist genial, aber natürlich nur nach solch einer Frostperiode wie in diesem Jahr möglich“, schwärmte Bert-Henry Sobeck.

Mit dem Eisschlitten über den See gesaust

Thomas Golatowski setzte nach diesem Ausflug das Eisvergnügen am Nachmittag mit seinem Kite-Schirm auf dem Inselsee fort. „Wenn viele den Ostwind in den vergangenen Tagen auch verfluchten, ich fand ihn genau richtig“, freute sich der Güstrower.

Den Wind nutzte auch Achim Rudolph. Der Rostocker kommt bei solchem Eis und Wind mit seinem Eissegler „Goldkorn“, Marke Eigenbau, gern in seine alte Heimat zurück. Rudolph: „2000 kaufte ich mir den Eisschlitten und startete ein Jahr später meine ersten Versuche. Seitdem zieht es mich bei solchen herrlichen Bedingungen besonders auf den Inselsee.“

Um diese Zeit zog auch Jürgen Liebscher seine Spur auf dem See. „Sobald der erste Schnee liegt, laufe ich Ski“, erzählte er. Der 79-Jährige kann für sich in Anspruch nehmen, dass er in Güstrow immer als einer der Ersten auf Skiern unterwegs ist.

„Wollen wir gleich nochmal?“, fragte die vierjährige Emma begeistert, als sie mit Opa Rüdiger Kopp in Schussfahrt die Heidberg-Rodelbahn hinuntergesaust war. Die Enkelin war mit ihren Eltern aus dem ostfriesischen Leer zu einem Wochenendbesuch bei den Großeltern. Klar, dass der Opa ihr den Wunsch erfüllte.

Stahlrohre für Steg gerammt

Jeden Nachmittag seit vergangenem Sonnabend spielte Steffen Bley mit seinen Söhnen Enno und Tede an der Inselsee-Badestelle Eishockey. Zuvor hatte er mit Schneeschieber und Besen die Fläche präpariert. „Es waren tolle Stunden, weil wir schnell mehr wurden und viel Spaß hatten“, freute sich Steffen Bley. Auch einige Bootshausbesitzer hatten auf der Klubhaus-Seite für spiegelglatte Flächen – ansonsten beeinträchtigte Schnee die Kufen-Hatz – gesorgt.

Auch in der Mühl-Rosiner Bucht war eine Eisfläche hergerichtet. Hier hatten die Eishockey-Freaks der ehemaligen Güstrower „Torros“, der einheimischen „Borwin Bulls“, die einmal sensationell eines der SVZ-Eishockeyturniere gewonnen hatten, und die Hockey-Familie Seidel vom ATSV Güstrow das Sagen.

Am Bootshaus von Jens Bauditz und Jens Jankowski war dagegen Arbeit angesagt. Bei rund zwölf Zentimetern Eisdicke freuten die sich, dass sie mit Freunden zehn Rohre für einen Steg rammen konnten. Jens Bauditz: „Wir haben uns für Stahlrohre mit Beton entschieden; der Steg soll für die Ewigkeit sein.“ Zu Viert vollbrachten sie die schwere Arbeit und stießen die 3,10 Meter langen Rohre 2,70 Meter in den Grund des Inselsees, während sich Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler und Skiläufer unverdrossen vergnügten und das vielleicht ja letzte Wochenende dieses Winters genossen.

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