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Seltene Pflanze : Ein letzter Sommergruß in Lila

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Güstrower Alfred Koß kultiviert seit Jahren einen Veilchenbaum / Weitere Hobbys: Senioren betreuen, Marmelade kochen, Vögel züchten

von
erstellt am 13.Okt.2015 | 06:00 Uhr

„Blumen sind meine Welt“, sagt Alfred Koß (74) und fügt hinzu: „Neben vielen anderen Dingen.“ Dieser Tage erfreut sich der Güstrower besonders an einem herrlich blühenden Veilchenbaum, eine Rarität hierzulande. In sattem Lila bezaubern die schalenförmigen Blüten. Und: Tibouchina urvineana – nicht nur Veilchenbaum, sondern auch Prinzessinenblume genannt – ist nicht allein. Unzählige Pelargonien, Schmucklilien, Buntnessel usw. gedeihen in Töpfen auf der Terrasse, in Blumenkästen vor den Fenstern oder im Wintergarten.

Die Tomaten, die in Töpfen an der Hauswand stehen, hat Alfred Koß schnell noch vor dem ersten Nachtfrost ebenso wie die Paprika geerntet. Daneben steht eine Schüssel mit trockenen Bohnen. „Für die Aussaat im nächsten Jahr“, sagt der Hobbygärtner. Auf die übliche Handelsware sei nicht immer Verlass, erklärt er. Deshalb nimmt er, wo es möglich ist, selbst Samen ab oder vermehrt über Stecklinge – zum Beispiel die Pelargonien, aber auch die Buntnessel und vieles mehr. Im Gewächshaus steht die eigene Anzucht in Reih und Glied – viel zu viel für den eigenen Bedarf. Er gebe auch vieles weg, verrät der 74-Jährige, der einst Gärtner gelernt hatte, diesen Beruf aber nie ausübte. Für Alfred Koß zählt die Freude an den Pflanzen. Dass auch Arbeit dahinter steckt, sei zweitrangig. Dabei gibt der Güstrower zu, dass die Überwinterung der Topfpflanzen im Keller schon einige Mühe verursacht, so dass er beispielsweise die Anzahl der Schmucklilien schon reduziert habe.

Ebenso wichtig wie die Blumen sind ihm Obst und Gemüse. „Alles wird verwertet“, berichtet Alfred Koß. Es wird eingeweckt, eingelegt und gesaftet. Brombeeren und Mirabellen werden auch zu Hochprozentigem verarbeitet. Der 74-Jährige kocht auch Marmeladen und Gelees. Es beginne mit Holunderblütengelee und ende mit Süßem aus Apfel und Birne. Immer wieder probiert Alfred Koß neue Kombinationen aus. Erdbeer/Pfirsich und Erdbeer/Brombeer gehören gerade zu seinen Rennern. Die Erdbeeren warten im Gefrierschrank, bis die Spätsommerfrüchte reif sind.

Wenn Alfred Koß mal nicht im Garten ist, dann beschäftigt er sich mit Zebrafinken, Kanarien oder Bergsittichen – bereits seit 47 Jahren züchtet er Vögel.

Und er kümmert sich um Senioren. In der Initiative „Senioren für Senioren“ organisiert er Veranstaltungen und hat daran ebenso viel Freude wie an seinen Pflanzen. Und doch hat auch bei Alfred und Marianne Koß der Tag nur 24 Stunden. Am Nachmittag sitze er gern mit seiner Frau bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen so lange es die Witterung zulässt im Freien. „Die Zeit nehmen wir uns“, sagt Alfred Koß und ist gedanklich schon wieder beim Veilchenbaum. Der werde demnächst in den Wintergarten umziehen, wird später radikal zurückgeschnitten und überwintert dann am Fenster im Keller. „Je kräftiger der Schnitt, desto kräftiger der Austrieb im nächsten Jahr“, sagt der Hobbygärtner.  

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