Wattmannshagen : Ein ländlicher Rosengarten für Entdecker

Der Garten hat viele Sitzplätze: Auf einer Bank zwischen „Westerland“ und „Mozart“ haben Kathrin und Günter Mintkewitz Platz genommen.
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Der Garten hat viele Sitzplätze: Auf einer Bank zwischen „Westerland“ und „Mozart“ haben Kathrin und Günter Mintkewitz Platz genommen.

Plakette „Natur im Garten“ an Familie Mintkewitz in Wattmannshagen verliehen.

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21. Juni 2016, 12:00 Uhr

In einer ausrangierten Mülltonne wachsen Blumen, im alten Werkzeugkasten Sukkulenten und auf Hochbeeten „Explosionsgemüse“, wie es Kathrin Mintkewitz (51) lachend formuliert. Wohl 100 Rosenbüsche – von klein bis meterlang an Wänden und in Bäumen sich rekelnd – verwandeln den Garten derzeit in ein Meer von Duft und Farben. Ökologisch zu wirtschaften, ist Kathrin und Günter Mintkewitz wichtig. Eine Plakette „Natur im Garten“ verdeutlicht seit Neuestem diesen Ansatz der beiden leidenschaftlichen Hobbygärtner in Wattmannshagen.

Die Aktion „Natur im Garten“ kommt aus Österreich und startete 2012 in Trägerschaft des Landschaftspflegeverbandes „Mecklenburger Endmoräne“ auch in MV. Grundgedanke ist eine ökologisches Wirtschaften im Garten – privat wie öffentlich. Die Plaketten „Natur im Garten“ mit den Igel darauf waren Kathrin und Günter Mintkewitz bei Entdeckungstouren im Rahmen der „Offenen Gärten MV“ aufgefallen. „Wir haben uns informiert und merkten schnell, dass wir in unseren Garten viele der Forderungen erfüllen“, berichtet Kathrin Mintkewitz. So setze man beispielsweise Jauchen, die Pflanzen stärken und schützen, selbst an und könne auf Düngemittel und Pestizide verzichten. „Auch Blumenerde – in der Regel torfhaltig – brauchen wir heute nicht mehr“, betont die 51-Jährige. Stattdessen nimmt man den Kompost aus dem eigenen Garten.

Als das Ehepaar Haus und Grundstück in Wattmannshagen von seinen Eltern übernommen hatte, begann die Gartenleidenschaft. Bei den Touren durch offene Gärten holte man sich viele Anregungen, probierte aus und sammelte Erfahrungen. „Wir haben auch viele Fehler gemacht“, gesteht Günter Mintkewitz. Aus jedem Fehler habe man gelernt. „Im Garten von Christian Korsch bei Rehna haben wir gesehen, wie Rosen in mehreren Etagen wachsen“, berichtet Kathrin Mintkewitz. Diesem Vorbild folgend wurden Strauchrosen, Kletterrosen und Rambler, die nicht selten fünf und zehn Meter lange Triebe machen, im 1250 Quadratmeter großen Garten gepflanzt.

Auch lebt Kathrin Mintkewitz im Garten ihre Vorliebe für alte Dinge aus. Erst jüngst entdeckte sie auf einem Flohmarkt eine alte Schultasche, die nun zur Pflanztasche wurde. „Wenn ich Stress in der Schule habe, fange ich an zu dekorieren“, erzählt die Lehrerin. So finde sie Entspannung. Auch ihrem Mann, der in Schwerin bei einer Krankenkasse arbeitet, ist der Garten ein erholsamer Ausgleich zum Arbeitsalltag. Kommt er abends von der Arbeit, gehört ein Rundgang durch den Garten, in dem auch Hunde, Vögel, Seidenhühner, Fische und Katzen ein Zuhause haben, zum Ritual. Hier gibt es auch für jede Tageszeit den idealen Sitzplatz.

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