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Große Hilfsbereitschaft in Laage : Ein kleiner Pieks kann Leben retten

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Es war eine große Hilfsbereitschaft für die an Leukämie erkrankte Laagerin. Der Andrang gestern bei Stammzellen-Typisierung im Rathaus der Recknitzstadt war groß.

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2012 | 07:39 Uhr

Laage | Christian Peeck gehörte gestern zu den ersten Freiwilligen, die sich zur Stammzellen-Typisierung im Laager Rathaus einfanden. "Für mich ist das gar keine Frage, es kann schließlich sein, dass auch ich einmal betroffen bin und Hilfe benötige", betont der Laager. Das Prozedere dauerte nur wenige Minuten. Nach der Aufnahme der Daten und einer Kontrolle ging es für den 23-Jährigen gleich zur Blutentnahme. Fünf Milliliter des Lebenssaftes nahm ihm Julia Bobsin, Stabsärztin beim Jagdgeschwader, ab. Der Hintergrund der Aktion ist die Leukämieerkrankung einer Laager Bürgerin, die jedoch anonym bleiben möchte. Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst hatte deshalb gestern gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) dazu aufgerufen, sich als potenzieller Stammzellenspender testen zu lassen.

Eigentlich war die Registrierung der Freiwilligen erst ab 13 Uhr geplant, doch der Ansturm vor den Türen des Laager Rathauses war so groß, dass die Organisatoren bereits eine Viertelstunde früher die ersten Spendewilligen in Empfang nahmen. Bereits in den ersten 30 Minuten der Typisierung kamen mehr als 80 Blutproben zusammen. "Das ist wirklich ein sehr guter Schnitt", lobte auch Arne Gebhardt von DKMS den enormen Andrang vor Ort. Obwohl acht Probanden zeitgleich die Probe entnommen werden konnte, bildeten sich zeitweise lange Warteschlangen - so groß war die Bereitschaft zu helfen. Bis gestern Abend gaben mehr als 400 Spender ihre Probe ab.

Die Stadt hatte ein Team aus 52 Helfern zusammengetrommelt, das u.a. für das Ausfüllen der Spendebögen, die Kontrolle der Daten oder die Versorgung der vielen Beteiligten zuständig war. Sowohl das Sanitätszentrum der Bundeswehr sowie die Arzthelferinnen zweier Laager Praxen kümmerten sich um die Blutentnahme. "Unser Chef hat uns knapp eineinhalb Stunden früher gehen lassen, so dass wir die Aktion tatkräftig unterstützen können. Für mich ist die Hilfe berufsbedingt aber auch privat ein wichtiges Anliegen", sagte die 27-jährige Steffi Große, die in der Laager Arztpraxis Knabe arbeitet. Ähnlich sah dies auch Ramona Knoch, die gestern zu den ersten Spendern gehörte. "In einer Kleinstadt wie Laage ist der persönliche Bezug einfach da. Deshalb will ich mithelfen", so die 40-Jährige.

Ist die Probe entnommen, wird diese zur Typisierung ins DKMS-Labor nach Dresden oder nach New York geschickt. "Es wird quasi ein genetischer Fingerabdruck erstellt", sagt Arne Gebhardt. Stimmen dann die zehn untersuchten Merkmal von Erkranktem und Spender überein, sprechen die Experten von einem "genetischen Zwilling", der als Spender in Frage kommt. Bis die Typisierung erfolgt ist, kann es sechs bis acht Wochen dauern.

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