Güstrow : Ein Jahr Komm-Center in Güstrow

Neue und alte Güstrower unter einem Dach vereint – das war vor einem Jahr die Idee der Komm-Center-Initiatoren.  Fotos: Caroline Weissert
Neue und alte Güstrower unter einem Dach vereint – das war vor einem Jahr die Idee der Komm-Center-Initiatoren. Fotos: Caroline Weissert

Die Güstrower Begegnungsstätte bringt seit einem Jahr neue und alte Güstrower zusammen – gefeiert wird am Ende des Ramadan

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25. Mai 2017, 05:00 Uhr

Am Anfang stand eine Idee: Neue und alte Güstrower sollten die Möglichkeit haben sich zu treffen, sich kennenzulernen. „Wir wollten Menschen zusammenbringen. Das ist unsere Vorstellung von Integration“, erklärt Christian Meier. Vor einem Jahr öffnete der Eigentümer des ehemaligen Kinderbekleidungsgeschäftes „Bummi“ in der Güstrower Mühlenstraße dessen Türen und richtete hier einen privaten und ehrenamtlich organisierten Treffpunkt ein. „Um sich zu treffen, braucht es einen Raum – den hatten wir“, sagt Christian Meier weiter.

Das kam an. Inzwischen ist das ehemalige Ladenlokal, das jetzt Komm-Center heißt, mit Leben gefüllt. Neben täglichen offenen Treffs und Gesprächskreisen, sind hier über das Jahr hinweg viele Projekte entstanden. „Wir haben schon zwei erfolgreiche Bastel-Wochenenden organisiert. Gemeinsam mit der Freien Schule ist das Fotoprojekt ,Wenn aus Fremden Freunde werden‘ entstanden und es gab Sprachkurse und gemeinsame Feiern“, resümiert Anja Meier das erste Jahr in der Begegnungsstätte. Nachgefragt ist auch die Sozialberatung am Sonnabendvormittag. „Die gibt es von Anfang an und der Bedarf ist groß. Das betrifft nicht nur Flüchtlinge – auch viele Güstrower kommen mit ihren Problemen zur Beratung“, weiß Anja Meier. Andere Aktivitäten – wie etwa der zu Beginn etablierte Basar – erscheinen heute nicht mehr notwendig. „Wir haben einfach gemerkt, dass die Nachfrage nicht mehr so groß ist und es gibt viele andere tolle Einrichtungen, die das jetzt abdecken“, sagt Christian Meier und fügt hinzu: „Alles hat eben seine Zeit.“

Dafür gäbe es indes viele neue Ideen. So sei noch für dieses Jahr ein Gospel-Workshop geplant und auch ein interaktives Opernprojekt gemeinsam mit professionellen Künstlern werde gerade vorbereitet, gibt Christian Meier einen Ausblick. Verändern solle sich aber nicht viel. „Wir wollen in der Form weiter machen, wie wir angefangen haben“, betont Christian Meier. Nach wie vor stehe die Tür des Komm-Centers jedem offen. Diesem Credo wollen die Komm-Center-Initiatoren auch im zweiten Jahr treu bleiben.

Etwas neues gibt es aber doch: Das Komm-Center ist nun ein Verein. „Eigentlich wollten wir die starre Struktur eines Vereins umgehen, aber für Spenden und Fördermittel ist es oftmals unumgänglich – darum haben wir uns gemeinsam dafür entscheiden“, sagt Christian Meier. Damit öffnen sich für die Komm-Center-Mannschaft auch neue Möglichkeiten. „Wir wollen unsere Sanitär-Situation verbessern, brauchen bei rund 50 Gästen am Tag einfach mehr als eine Toilette. Dazu ist eine Förderung nötig“, erklärt Anja Meier. Auch das soll im zweiten Jahr des Bestehens angegangen werden.

Aber erst einmal wird gefeiert. Der erste Geburtstag fällt mit dem 2. Juni genau in den Fastenmonat Ramadan. Darum werden die Feierlichkeiten kurzerhand verschoben und mit dem Fest des Fastenbrechens (arabisch: Id Al-Fitr) zusammengelegt. „So können wir mit allen unseren neuen Freunden gemeinsam feiern“, sagt Christian Meier. Wann die große Party steigt, steht indes noch nicht genau fest, denn das Ende des Ramadan richtet sich nach dem Mondkalender.

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