Austauschschüler : Ein Jahr in der Fremde

Danté Noble (l.) und Vasil Kadrekov sind weit gereist, um ein Schuljahr in Deutschland mitzuerleben.
Danté Noble (l.) und Vasil Kadrekov sind weit gereist, um ein Schuljahr in Deutschland mitzuerleben.

Zwei Schüler – ein Bulgare und ein Amerikaner – haben ihr Heimatland verlassen, um ein Jahr in Güstrow zur Schule zu gehen.

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19. Januar 2018, 05:00 Uhr

Schon seit langem kommen Austauschschüler aus den verschiedensten Ländern an das John-Brinckman-Gymnasium in Güstrow – und auch dieses Jahr besuchen wieder zwei Austauschschüler die Schule. Der 17-jährige Vasil Kadrekov kommt aus Bulgarien. „Eigentlich hatte mein Vater die Idee, dass ich ein Auslandsjahr machen könnte. Das fand ich keinen schlechten Vorschlag und jetzt bin ich hier,“ erzählt der junge Bulgare in Güstrow.

Sein Interesse an der deutschen Sprache wurde vor allem durch die Schule geweckt. Er erklärt, dass in Bulgarien die Schüler nur bis zur siebten Klasse Englisch lernen und die achte Klasse als Vorbereitungsjahr angesehen wird, in dem die Schüler nur Mathe, Bulgarisch und zum ersten Mal Deutsch als Unterrichtsfächer haben. In dieser Zeit werden die Fächer viel intensiver gelehrt. „In der achten Klasse hatte ich zehn Stunden Deutschunterricht pro Woche, wodurch ich mich sehr verbessert habe. Meine Lehrerin war auch sehr gut, dadurch wurde mein Interesse erst so richtig geweckt, denn eigentlich bin ich nicht so der Sprachentyp,“ erzählt Vasil. Seine Stärken liegen eher in der Mathematik. „Ich bin auf Platz 70 auf der Rangliste von den besten Mathematikern in ganz Bulgarien,“ berichtet der Schüler stolz und selbst in Deutschland nimmt er an Mathe-Wettbewerben teil.

Ganz anders geht es dem amerikanischen Austauschschüler Danté Noble. Der 17-jährige stammt aus Yakima, Washington, und hat Spaß daran, neue Sprachen zu lernen. Auch wenn er Deutsch erst seit der achten Klasse als Schulfach hat, kann er sich jetzt schon vorstellen, später als Deutschlehrer in den Vereinigten Staaten oder als Englischlehrer in Deutschland zu arbeiten. „Ich bin jetzt seit November in Güstrow und was ich total vermisse ist das Autofahren,“ sagt der Schüler. Der 17-jährige hat schon seit einem Jahr seinen Führerschein und ist es nicht gewohnt, dass die meisten Schüler nicht selbst mit ihrem Auto zur Schule fahren. „Ich liebe die deutschen Autobahnen. In Amerika ist es nicht erlaubt so schnell zu fahren,“ sagt Danté.

Auch zwischen Bulgarien und Deutschland gibt es einige Kulturunterschiede. „Die Deutschen arbeiten sehr viel, sind sehr pünktlich und achten sehr auf die Gesetze. Hier sind die Leute auch viel ordentlicher und sauberer. Das ist viel besser als in Bulgarien,“ vergleicht Vasil Kadrekov. Beide Schüler finden auch, dass Güstrow eine schöne Stadt ist. „Vor allem die Altstadt ist sehenswert. In Amerika haben wir nicht so alte Gebäude,“ schwärmt Danté Noble . Und Vasil ergänzt: „Güstrow ist schön ruhig und es gibt alles, was man braucht in der Stadt. In meiner Heimatstadt Blagoevgrad leben zwar mehr Menschen, aber wir haben trotzdem nicht viel mehr Freizeitangebote.“

Auch nach dem Austauschjahr hat Vasil vor, zurück nach Deutschland zu kommen. Er hofft darauf Maschinenbau in München zu studieren. „Mein 20 Jahre alter Bruder studiert gerade in München und er ist begeistert von der Universität. Dafür ist es auch gut, dass ich jetzt schon die Sprache übe,“ meint Vasil. Doch nach dem Studium möchte er wieder zurück in sein Heimatland. „Das liegt aber noch so weit in der Zukunft, da können sich die Pläne auch nochmal ändern,“ sagt der Austauschschüler.

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