Asyl : Ein Heim für Flüchlingsfamilien

Björn Kozik, Einrichtungsleiter des Wichernhof Dehmen, freut sich schon darauf den Schlüssel für das kleine Häuschen an eine Flüchtlingsfamilie zu übergeben. Fotos: Caroline Weissert
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Björn Kozik, Einrichtungsleiter des Wichernhof Dehmen, freut sich schon darauf den Schlüssel für das kleine Häuschen an eine Flüchtlingsfamilie zu übergeben. Fotos: Caroline Weissert

Zwei Einfamilienhäuser aus den 70er Jahren stehen auf dem Wichernhof in Dehmen leer – bald soll hier wieder Leben einziehen.

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14. September 2015, 06:25 Uhr

Die aktuelle Flüchtlingspolitik beschäftigt nicht nur die Politiker im Land – auch Björn Kozik, Einrichtungsleiter des Wichernhof Dehmen der Diakonie, möchte seinen Beitrag leisten. „Für uns kommen hier zwei entscheidende Faktoren zusammen: Auf der einen Seite steht die aktuelle Flüchtlingssituation und auf der anderen Seite steht hier leer stehender Wohnraum zur Verfügung“, fasst Björn Kozik zusammen.

Verbunden sei dieser Leerstand mit einer Trendwende in der Integration von Menschen mit Behinderung. „Gott sei Dank gibt es hier ein Umdenken. Während man behinderte Menschen früher weit außerhalb untergebracht hat, ziehen sie heute mehr und mehr in die Städte, um am sozialen Leben teilhaben zu können“, erklärt der Einrichtungsleiter und fügt hinzu: „Bleibt die Frage, wie man den Wohnraum wieder mit Leben füllt.“

Eine Idee hat Björn Kozik diesbezüglich bereits: Auf dem Gelände des Wichernhofes in Dehmen stehen zwei kleine Einfamilienhäuser, die momentan noch ungenutzt sind. Diese möchte Kozik für Flüchlingsfamilien herrichten lassen. „Die Häuser sind in den 70er Jahren mit Spendengeldern gebaut worden – eins für den damaligen Einrichtungsleiter und eins für den Hausmeister. Nun stehen sie leer“, erklärt Björn Kozik. Platz wäre hier also für zwei sechsköpfige Familien oder vier Einzelpersonen. Die Bausubstanz sei gut, lediglich neuen Böden, ein wenig Farbe an den Wänden und ein geeignetes Mobiliar fehlen hier noch. Auch eine kleine Einkaufsmöglichkeit gibt es auf dem Gelände.

Ein Problem stellt indes die schlechte Anbindung Dehmens mit öffentlichen Verkehrsmitteln dar. „Das ist auch für unsere rund 100 Bewohner sehr schade und wir würden uns wünschen, das Stadt, Kreis und Verkehrsbetriebe reagieren und hier eine bessere Anbindung ermöglicht wird“, hofft Björn Kozik.

Neben dem kleinen Häuschen in Dehmen erwartet die Flüchtlingsfamilien hier auch die Möglichkeit sich ehrenamtlich in der Einrichtung zu engagieren. „Das ist eine tolle Chance sich einzubringen, gefordert und gebraucht zu fühlen“, sagt Doreen Blask, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Diakonie in Güstrow, und fügt hinzu: „Auch für die Bewohner ist das toll – eine echte Bereicherung.“

Das habe die Diakonie bereits erfolgreich ausprobiert. So arbeite derzeit eine Frau aus Afrika ehrenamtlich in der Kindertagesstätte „Regenbogen“ in Güstrow und auch im Pflegeheim „Am Rosengarten“ packte ein ukrainischer Arzt schon tatkräftig mit an. Ein Anfang ist gemacht.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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