Schüler aus vier Ländern zu Besuch am Güstrower Gymnasium : Ein gelungenes "Welcome to Güstrow"

<fettakgl>Skadi Renz, Marleen Rosenthal </fettakgl>und Dennis Bradatsch (v.l.) stellen in einer Deutschstunde eine Restaurantszene nach.<foto>caha</foto>
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Skadi Renz, Marleen Rosenthal und Dennis Bradatsch (v.l.) stellen in einer Deutschstunde eine Restaurantszene nach.caha

Im Comenius-Projekt waren Schüler aus Schweden, Irland, Spanien und Italien zu Besuch im John-Brinckman-Gymnasium Güstrow. Untergebracht waren sie in Familien ihrer deutschen Gastgeber. Das war nicht der erste Austausch.

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04. Januar 2013, 11:58 Uhr

Güstrow | Im Comenius-Projekt waren Schüler aus Schweden, Irland, Spanien und Italien zu Besuch im John-Brinckman-Gymnasium Güstrow (JBG). Untergebracht waren sie in Familien ihrer deutschen Gastgeber. Das war aber nicht der erste Austausch, denn auch schon in den vergangenen Jahren nahm das Güstrower Gymnasium aktiv an dem Projekt teil (Klecks berichtete).

Die Vorbereitungen für das Treffen in Güstrow liefen seit Ende Oktober. Das Projekt-Thema lautet "Euromedia - How Can It Be Efficient In European Schools?", zu Deutsch, "Euromedia - wie effizient kann es an europäischen Schulen genutzt werden?" Dazu wurde u.a. ein Wörterbuch in Deutsch, Schwedisch, Irisch, Spanisch, Catalán und Italienisch angefertigt. Außerdem beschäftigten sich die Schüler mit dem Buch "Brave New World". Selbstverständlich schafft man es in drei Tagen nicht komplexe Themen zu be- bzw. zu erarbeiten. Deshalb wird die Gruppenarbeit im Frühjahr in Irland fortgesetzt.

Marta Nogvera aus Spanien findet die Themen sehr interessant. "Sie sind wichtig", so die Lehrerin, die in ihrer Heimatstadt Vic (nahe Barcelona) Englisch unterrichtet. "Das Projekt ist toll, denn man trifft neue Menschen, mit denen man zusammen arbeitet. Zudem spricht man immer auf Englisch, das ist eine tolle Erfahrung", meint sie.

Comenius-Projekt fortgesetzt

Als Erstes stand eine kleine Deutschstunde, auf die sich die elfte Klasse vorbereitet hatte, auf dem Programm. Einfache deutsche Sätze und Wörter wurde den "Austauschschülern" beigebracht. Anschließend wurde in der Aula jede Schule und dessen Schulsystem mit einem Film oder Fotos vorgestellt. Der Kammerchor des Gymnasiums gab dazu den Auftakt. Um das JBG jedoch auch "live" zu sehen, wurden die Gäste durch das Schulhaus geführt. Danach teilten sich die Schüler in ihre Gruppen auf und arbeiteten gemeinsam mit den Gastschülern an den Projektthemen weiter.

Da lange Arbeit hungrig macht, nahmen die Güstrower Schüler ihre "Schützlinge" an die Hand und gingen mit ihnen in der Stadt essen, um danach mit ihnen eine kleine Stadtführung zu unternehmen. Die wurde von den Schülern der zehnten Klasse organisiert. Alle Schüler fanden das sehr interessant. Um die Schüler jedoch richtig zu begrüßen, wurde eine kleine Willkommensfeier veranstaltet. Es gab ein leckeres Büfett, alles war gemütlich dekoriert und man kam mit allen Schülern gut ins Gespräch. Der Höhepunkt des Abends war jedoch Irish-Dance. Eine irische Schülerin führte das vor, um es danach allen anderen Schülern sowie Lehrern bei zu bringen. Es sah leichter aus als gedacht. Aber alle hatten ihre Freude.

Für den nächsten Tag war ein Ausflug nach Rostock ins Darwineum im Zoo und auf den Weihnachtsmarkt geplant. Alles war sehr sehenswert und interessant. Besonders die Spanier und Italiener waren über manche Delikatessen auf dem Weihnachtsmarkt überrascht, da sie nicht jede Spezialität kannten. Auch über die Größe und Vielfalt an Fahrgeschäften staunten sie nicht schlecht.

Am letzten Tag wurde erneut an den Themen gearbeitet und die Teilergebnisse wurde von allen Gruppen präsentiert. Auch über die Projekt-Internet-Plattform "twin space" wurde diskutiert.

Der krönende Abschluss wae das Weihnachtskonzert des JBG. Es bot wie jedes Jahr wieder eine Vielfalt an musikalischen Darbietungen. Auch die Comenius- Mitglieder sollten nicht zu kurz kommen. Gemeinsam mit dem großen Chor des Gymnasiums präsentierten sich die Gastschüler mit ihren Lehrern mit dem Lied "Stille Nacht, heilige Nacht". Jede Austauschgruppe mit ihrer Muttersprache. Auch Solo-Darbietungen von den Projektmitgliedern aus den anderen Ländern kamen nicht zu kurz. So spielte Frida Lindblad aus Schweden ein Stück auf dem Klavier und Ian David Kavanagh aus Irland begeisterte mit einem A-Cappella-Lied.

Viele neue und nette Leute und Freunde kennen gelernt

Frida fand den Aufenthalt in Güstrow sehr schön. "Ich habe viele neue und nette Leute kennen gelernt. Alle meine Erwartungen wurden erfüllt und ich würde sehr gerne nochmal wieder herkommen", so die 17-jährige Schwedin. Auch Ian möchte Güstrow noch einmal besuchen. "Güstrow ist klein, alles ist hier sehr entspannt und ich mag das Essen hier. Ich habe sogar das eine oder andere deutsche Wort gelernt", berichtete der 15-jährige Ire stolz.

Auch die Güs trower Schüler haben nichts an dem Austausch bzw. an dem Projekt auszusetzen. "Das Projekt ist einfach nur klasse. Die Leute sind sehr nett und der Ausflug nach Rostock war besonders gut, weil ich auch noch nicht im Darwineum war", erzählte Nele Tretow begeistert. Sie betreute die Iren. "Die Gespräche mit allen waren eine tolle Erfahrung. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so gut im Englischen ausdrücken kann. Da bin ich von mir überrascht", berichtet die 15-Jährige. Nach dem Konzert gab es eine Abschlussparty, die das i-Tüpfelchen war.

Das Abschiednehmen fiel allen nicht leicht, denn in dieser kurzen Zeit entstanden auch viele Freundschaften. Nun hoffen alle auf ein gemeinsames Wiedersehen.

Die Woche war ein sehr gelungener Abschluss auch von 2012. Ein großes Dankeschön geht vor allem an Marianne Müller, Lehrerin für Englisch und Russisch am JBG. Sie ist diejenige, ohne die dieses Projekt gar nicht am John-Brinckman-Gymnasium existieren würde. Nur durch ihre Organisation und ihre zielstrebigen Anforderungen wurde das erst alles möglich.

Ein Dankeschön geht ebenfalls an Jimmy Lövgren aus Schweden. Er ist der Hauptorganisator des Projektes. Ihm gefiel in Güstrow alles. Von dem Ausflug nach Rostock bis hin zu dem gemeinsamen Abend am ersten Tag. "Es war nicht mein erster Besuch in Güstrow, aber die Stadt ist jedes mal einen Besuch wert", schwärmt der Schwedisch-Lehrer.

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