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Güstrower Anzeiger

23. Oktober 2017 | 11:58 Uhr

Güstrow : Ein Fußballstadion im Wohnzimmer

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Güstrower Stephan Buggenthin hat eine „SB-Arena“ gebaut und nutzt sie für Spiele

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 21:00 Uhr

Bei Stephan Buggenthin wird das Wohnzimmer zum Fußballstadion. Der begeisterte Bastler, Tüftler und Fußballfan brachte seine drei Hobbys unter einen Hut, indem er sich eine 2,5 mal 2 Meter große „SB-Arena“ baute. Das gute Stück passt auf eine Tischtennisplatte und hat alle Raffinessen, die ein modernes Stadion aufweist: grüner Kunstrasen, 2300 Sitzplätze, wovon zurzeit 800 mit Fans belegt sind, Flutlichtanlage, elektronische Anzeigetafel, VIP-Loge, Bandenwerbung und Trainerbänke.

Von den Rängen tönen Fangesänge und im Eingangsbereich halten sich Sanitäter bereit, um verletzten Spielern zu helfen. Die Stunden, die er an der Arena gebaut hat, hat der 50-Jährige nicht gezählt. Und auch nicht die in dei Tausende gehenden Teile aus Holz, Plastik und Metall, die in das Bauwerk flossen.

Mit dem Basteln und Werkeln begonnen hat der gelernte Dreher und Trockenbauer schon mit 12, 13 Jahren. „Als ich meine Begeisterung für den Fußball entdeckte, wollte ich gern ein Stadion haben. Da ich das nicht bekam, habe ich mir eins gebaut. Die ‚SB-Arena’ ist schon das vierte oder fünfte Fußballstadion, das ich angefertigt habe“, erzählt er. Nach einem Zirkusbesuch wünschte er sich eine Zirkusarena. Da es die auch nicht gab, fertigte er sich kurzerhand selbst einen Zirkus mit Manege, Artisten und Tieren an. Das Bauwerk, das gut verpackt im Keller liegt, hat in etwa die gleiche Größe wie das Fußballstadion. Darüber hinaus baute er sich fast alle Schränke und das Bett in der Wohnung selbst, sogar ein Bild malte er. Fast fertig ist ein Schwibbogen, der sich über eine handgefertigte Winterlandschaft zieht. „Weihnachten kann kommen“, schmunzelt Buggenthin.


Fußball im Freunden im Wohnzimmer


Vorher aber steht der Herbst im Kalender und der ist bei Stephan Buggenthin Fußballzeit. Dann wird das Stadion aufgebaut – ohne Hilfe veranschlagt er für den Transport aus dem Keller und die Montage zirka fünf Stunden – und es werden die Pokale für Meister, Pokalsieger und Supercupgewinner unter sechs Mannschaften ausgespielt. Dazu lädt er sich Freunde ein, die je eine aus vier Spielern bestehende Mannschaft übernehmen. Stephan Buggenthins Team ist der Güstrower Sportverein Eintracht und natürlich hat der Bastler dafür gesorgt, dass seine Fankurve am besten gefüllt ist. Vielleicht ist es ihm dank dieser Unterstützung gelungen, die vergangene Saison mit dem Gewinn von Meisterschaft und Supercup abzuschließen.

Die Truppe hat sich für die zweimal fünf Minuten dauernden Begegnungen eigene Regeln ausgedacht. So wird der Styroporball aus dem eigenen Fünf-Meter-Raum mit dem Finger auf das gegnerische Tor geschnippt. Einen Elfmeter verschuldet ein Spieler, wenn er den in der Mitte postierten Schiedsrichter umschießt. Ein Tor gilt als erzielt, wenn der Ball im Gehäuse liegen bleibt. „Sonst gibt es zu viele Streitfälle. Und eine Torlinienkamera habe ich noch nicht eingebaut“, flachst der Bastler.

Bis zur nächsten Saison will Buggenthin noch ein paar mehr Zuschauer anfertigen. Außerdem tüftelt er an einer digitalen Anzeigetafel.

Übrigens: Wenn Stephan Buggenthin sein Fußballstadion ins Wohnzimmer gestellt hat, ist der Fernseher komplett eingebaut. Aber wer will schon fernsehen, wenn er Fußballspiele live in seinem Wohnzimmer erleben kann.

 



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